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Was Hurrikans, Zyklone und Taifune unterscheidet

Was Hurrikans, Zyklone und Taifune unterscheidet

Tropische Wirbelstürme gehören zu den eindrucksvollsten und zugleich zerstörerischsten Naturphänomenen der Erde. Je nach Region tragen sie unterschiedliche Namen: Taifun, Hurrikan oder Zyklon. Diese großräumigen Tiefdruckgebiete sind jedoch nicht mit den deutlich kleinräumigeren Tornados zu verwechseln.

Tiefdruckgebiete entstehen überall auf der Erde, unterscheiden sich jedoch je nach geografischer Breite deutlich. Tropische Tiefdruckgebiete bilden sich über warmen Ozeanen und beziehen ihre Energie aus der freigesetzten Wärme feuchter Luft. Sie sind meist symmetrisch aufgebaut, besitzen keine Fronten und können sich zu Wirbelstürmen verstärken. Je nach Entstehungsort werden sie dann Taifun, Hurrikan oder Zyklon genannt.

Tiefdruckgebiete der mittleren Breiten entstehen dagegen durch starke Temperaturgegensätze zwischen warmen und kalten Luftmassen. Sie können deutlich größer werden, besitzen Fronten und prägen mit wechselhaftem Wetter das Klima der mittleren Breiten. Sie können sich zu Sturmtiefs oder Orkantiefs verstärken.

Tropische Wirbelstürme

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, der im einminütigen Mittel eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h aufweist und im Bereich des Atlantiks oder des Nordostpazifiks auftritt. Der Begriff Hurrikan leitet sich von Huracán ab, dem Maya-Gott des Windes, des Sturmes und des Feuers. In anderen Regionen der Erde ist der Hurrikan hingegen unter anderen Namen bekannt: So heißt das gleiche Phänomen in Ostasien und im Westpazifik Taifun, im Indischen und im Südpazifik Zyklon und in Australien und Indonesien manchmal auch Willy-Willy (inoffizielle Bezeichnung).

Entstehung und Auftreten

Tropische Wirbelstürme entstehen für gewöhnlich in der Passatwindzone über den Weltmeeren. Eine Grundvoraussetzung für deren Bildung sind hohe Wassertemperaturen  (besonders effektiv ab etwa 26 Grad), da dann große Wassermengen verdunsten, die dem thermodynamischen System bei seiner Entwicklung enorme Energiemengen bereitstellen. Entsprechend treten die meisten tropischen Wirbelstürme in den Sommer- und Herbstmonaten der jeweiligen Regionen auf.

Struktur und Auswirkungen

Mit einem Durchmesser von einigen hundert Kilometern und einer Lebensdauer von mehreren Tagen gehören tropische Wirbelstürme zu den größten und langlebigsten meteorologischen Erscheinungen. Sie sind gekennzeichnet durch großflächige organisierte Konvektion und weisen eine geschlossene zyklonale Bodenwindzirkulation auf. Darüber hinaus kommt es bei entsprechender Intensität zur Ausbildung eines wolkenarmen Auges im Zentrum des Sturms, wo der Luftdruck im Extremfall unter 900 hPa sinkt. Am Rande des Auges treten die höchsten Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 300 km/h auf. Neben dem starken Wind sind vor allem sintflutartige Regenfälle sowie Sturmfluten die größte Gefahr.

Saffir-Simpson-Skala

Es gibt unterschiedliche Skalen für die Klassifizierung der  Windstärken von tropischen Wirbelstürmen. Im Atlantik erfolgt dies mittels der sogenannten Saffir-Simpson-Skala, die in fünf Kategorien unterteilt ist. Nicht verwechseln darf man allerdings einen Hurrikan bzw. Taifun mit einem Tornado! Dieser entsteht auf völlig unterschiedliche Art und Weise im Bereich von Superzellengewittern und weist somit entsprechend andere Eigenschaften auf. Allein seine horizontale Ausdehnung ist um etwa das Tausendfache geringer.