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Zeckenwetter: Wann sind die Blutsauger aktiv

Zeckenwetter: Wann sind die Blutsauger aktiv

Mit dem Frühling erwacht die Pflanzen- und Tierwelt und damit auch unangenehme Zeitgenossen wie die Zecken. Bereits ab relativ niedrigen Temperaturen sind die kleinen Parasiten aktiv. In der momentanen Trockenheit sind die Plagegeister aber vorübergehend recht inaktiv!

Entscheidend für das Erscheinen der ersten Zecken ist in erster Linie die Temperatur. Spätestens wenn kein Schnee mehr liegt und die Temperaturen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 7 bis 10 Grad erreichen, erwachen die ersten Zecken aus der Winterstarre. Dies passiert immer häufiger bereits im Februar.

Hilft Frühjahrsfrost gegen Zecken?

Kälteeinbrüche im März und im April sorgen zwar für abrupte Einbrüche der Zeckenaktivität, den Zecken schadet das aber in der Regel nicht. Neben der Temperatur spielt weiters auch die Feuchtigkeit eine wichtige Rolle: Wenn es wie jetzt nach längeren Schönwetterperioden sehr trocken ist, ziehen sich die Zecken vorübergehend zurück. Regnet es dann wieder, verlassen sie schnell die schützende Laubstreu und suchen verstärkt nach Wirten. Die Zeckenaktivität kann dann regelrecht explodieren!

Vorsicht Zecken, hohes Gras und Unterholz meiden
Zecken halten sich nahe zum Boden auf. © Adobe Stock

Immer mehr FSME-Fälle

Zecken lassen sich nicht von Bäumen auf ihre Opfer fallen, sondern mögen es bodennah und feucht. Die Parasiten krabbeln auf Grashalme und Büsche und warten geduldig auf den Moment, in dem ein potentieller Wirt sie streift und mitnimmt. Schützen kann man sich mit geschlossener Kleidung und Sprays, wobei auch diese keine Sicherheit garantieren. Nach jeden Wald- oder Wiesenspaziergang muss man sich jedenfalls nach den Blutsaugern an allen Körperstellen absuchen und etwaige Zecken möglichst schnell mit einer Zeckenzange entfernen.

FSME-Fälle Österreich Deutschland
2016 89 347
2017 116 486
2018 154 584
2019 108 440

Eine Bissstelle sollte desinfiziert und auf jeden Fall noch länger beobachtet werde: Bei einer Rötung oder grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen muss ein Arzt konsultiert werden. Die Anzahl an FSME-Erkrankungen hat in den letzten Jahren zugenommen, so gab es etwa in Österreich noch nie so viele Fälle wie im Jahr 2018. Vergangenes Jahr hat wohl die Trockenheit für einen leichten Rückgang gesorgt. Etwa bei der Hälfte der Erkrankungen gibt es einen schweren Krankheitsverlauf mit einer Gehirnentzündung. Nur mit einer Impfung kann man dieses Risiko minimieren.

Titelbild © AdobeStock