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Zeckenwetter: Temperatur und Feuchtigkeit

Zeckenwetter: Temperatur und Feuchtigkeit

Mit dem Frühling erwacht die Pflanzen- und Tierwelt und damit auch unangenehme Zeitgenossen wie die Zecken. Bereits ab relativ niedrigen Temperaturen sind die kleinen Parasiten aktiv und begeben sich auf die Suche nach einem Wirt. Nach einer Regenphase im Frühjahr sind Zecken besonders aktiv!

Entscheidend für das Erscheinen der ersten Zecken ist in erster Linie die Temperatur. Spätestens wenn kein Schnee mehr liegt und die Temperaturen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 7 bis 10 Grad erreichen, erwachen die ersten Zecken aus der Winterstarre. Dies passiert immer häufiger bereits im Februar. Kälteeinbrüche im März und im April sorgen zwar für abrupte Einbrüche der Zeckenaktivität, den Zecken schadet das aber in der Regel nicht. Neben der Temperatur spielt weiters auch die Feuchtigkeit eine wichtige Rolle: Wenn es im Frühjahr nach längeren Schönwetterperioden sehr trocken ist, ziehen sich die Zecken vorübergehend zurück. Regnet es dann wieder, verlassen sie schnell die schützende Laubstreu und suchen verstärkt nach Wirten. Die Zeckenaktivität kann dann regelrecht explodieren!

Sommer

Im Frühsommer bremsen vorwiegend trockene Wetterphasen die Zeckenaktivität ein, also wenn es für mehrere Tage oder gar Wochen nicht regnet und hohe Temperaturen für eine hohe Verdunstung sorgen. Im Hochsommer lässt die Aktivität allgemein nach, allerdings befinden sich dann besonders viele Menschen im Grünen, weshalb es weiterhin zu zahlreichen Bissen kommt.

Herbst und Winter

In manchen Jahren lässt die Zeckenaktivität nach dem Sommer langsam nach, wenn der Sommer allerdings sehr heiß und trocken war, kann die Zeckenaktivität im Spätsommer und Herbst neuerlich ansteigen. Ab etwa Mitte November wird es in Mitteleuropa aber meist zu kalt für die Zecken, um aktiv auf Wirtsuche zu gehen. Tiefe Temperaturen hemmen ihre Beweglichkeit bis hin zur Kältestarre. Eine klare Temperaturschwelle, unter der Zecken nicht mehr aktiv sind, gibt es nicht, nur Dauerfrost bringt ihre Aktivität sehr schnell zum Erliegen. Auch mitten im Winter können Zecken allerdings aktiv werden, wenn kein Schnee liegt und es an mehreren aufeinander folgenden Tagen Höchsttemperaturen von etwa 10 Grad gibt. Im extrem milden Winter 2006/07 gab es nach eigenen Beobachtungen fast durchgehend aktive Zecken.

Vorsicht Zecken, hohes Gras und Unterholz meiden
Zecken halten sich nahe zum Boden auf. © Adobe Stock

Immer mehr FSME-Fälle

Zecken lassen sich nicht von Bäumen auf ihre Opfer fallen, sondern mögen es bodennah und feucht. Die Parasiten krabbeln auf Grashalme und Büsche und warten geduldig auf den Moment, in dem ein potentieller Wirt sie streift und mitnimmt. Schützen kann man sich mit geschlossener Kleidung und Sprays, wobei auch diese keine Sicherheit garantieren. Nach jeden Wald- oder Wiesenspaziergang muss man sich jedenfalls nach den Blutsaugern an allen Körperstellen absuchen und etwaige Zecken möglichst schnell mit einer Zeckenzange entfernen.

FSME-Fälle Österreich Deutschland
2016 89 347
2017 116 486
2018 154 584

Eine Bissstelle sollte desinfiziert und auf jeden Fall noch länger beobachtet werde: Bei einer Rötung oder grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen muss ein Arzt konsultiert werden. Die Anzahl an FSME-Erkrankungen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, so gab es etwa in Österreich noch nie so viele Fälle wie im Jahr 2018. Bei der Hälfte der Erkrankungen gab es einen schweren Krankheitsverlauf mit einer Gehirnentzündung, 5 davon endeten tödlich. Nur mit einer Impfung kann man dieses Risiko minimieren.

Titelbild © AdobeStock

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22. May
Aktualisiert vor ein paar Sekunden