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Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie

Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie

Weihnachten rückt näher und immer häufiger werden Meteorologen mit der Frage konfrontiert, ob es heuer weiße Weihnachten gibt. Derzeit sieht es eher nach dem typischen Weihnachtstauwetter aus als nach weißen Weihnachten. Kältere Luft deutet sich erst für den Stefanitag an.

Update 18. Dezember: Ausgeprägtes Weihnachtstauwetter

Derzeit sind die Voraussetzungen für ein weißes Weihnachtsfest so gut wie selten, liegt doch in weiten Teilen des Landes Schnee bzw. kommt am Donnerstag nahezu überall der ein oder andere Zentimeter noch neu dazu. Doch dabei wird es nicht lange bleiben, genau zum 4. Adventswochenende kommt die Westwindzirkulation in Gang und bringt auch zu Weihnachten milde Luft und zeitweiligen Regen. Selbst die Rückkehr polarer Kaltluft am Stefanitag erscheint nach heutigem Modellstand weniger wahrscheinlich, wenngleich aber weiterhin möglich.

Wetterlage zu Heiligabend, Temperatur in 1500 m Höhe @ UBIMET
Wetterlage zu Heiligabend, Temperatur in 1500 m Höhe @ UBIMET

Bereits am Wochenende steigen die Temperaturen in den Niederungen verbreitet auf deutlich positive Werte und entlang der Alpennordseite fällt immer wieder Regen, die Schneefallgrenze steigt auf 1300 bis 1500 m an. Am Montag, dem Heiligen Abend, ändert sich daran nicht viel. Es deuten sich zeitweise Wolken und etwas Regen an, wetterbegünstigt bleibt die Alpensüdseite. Dazu muss man sich auf Temperaturen deutlich oberhalb des Gefrierpunkts einstellen, in einigen Regionen wie im westlichen Donauraum sind gar über 10 Grad wahrscheinlich. Entsprechend diesen Aussichten dürfte letzter Schnee in den Niederungen bereits am Wochenende getaut sein, für alle Landeshauptstädte sieht es bezüglich weißer Weihnachten äußerst schlecht aus. Da die aktuelle Schneesituation in den Bergen derzeit gut ist, sollte sich die Schneedecke hier, wenn auch nass und tauend, aber bis Weihnachten halten – im Westen etwa oberhalb von 1000 m, im Osten etwa oberhalb von 800 m. Darunter wird es nach derzeitigem Stand auch inneralpin wenig winterlich bleiben.

Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten 2018

  • bei 0 %: Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Linz und St. Pölten, Wien, Eisenstadt, Klagenfurt und Graz
  • bei 5 %:  X
  • bei rund 10 %:  X
  • bei rund 20 %:  X

Statistik zu Weihnachten

Weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. Allgemein spielt dabei die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit bei 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %.

Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET
Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET

Wahrscheinlichkeit nimmt ab

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert. Vor allem in den 2000ern hat die Häufigkeit deutlich abgenommen: In Wien und Eisenstadt war es letztmals vor sechs Jahren weiß. In Innsbruck wurde im Jahr 2017 zwar eine Schneedecke von 2 cm Schnee gemeldet, tatsächlich handelte es sich dabei aber nur um die letzten Reste einer Altschneedecke am Stadtrand. Am längsten ohne Schnee zu Weihnachten auskommen muss man in Sankt Pölten, wo zuletzt 2007 am 24. Dezember Schnee lag.

Viel Schnee im Jahr 1969

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in Sankt Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.

Übersicht zu aufgetretenen Weihnachten mit Schnee seit 1981 @ UBIMET
Übersicht zu aufgetretenen Weihnachten mit Schnee seit 1981 @ UBIMET

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