Aktuelles

Schlechtes Wetter bei der Ski-WM: Wetterloch Åre?

Schlechtes Wetter bei der Ski-WM: Wetterloch Åre?

Die Ski-WM 2019 stand bislang im Zeichen von schlechtem Wetter. Zahlreiche Trainingseinheiten fielen dem Wetter zum Opfer und auch mehrere Bewerbe mussten auf verkürzter Strecke stattfinden. Ist der schwedische Ort Åre tatsächlich ein Wetterloch? Wie haben das dortige Klima für euch unter die Lupe genommen.

Åre ist ein Ort in der schwedischen Provinz Jämtlands län und liegt etwa 97 Kilometer nordwestlich von Östersun sowie 350 km südlich des Polarkreises. Unmittelbar auf den Bergen nördlich des Ortes liegt eines der bekanntesten Skigebiete Skandinaviens mit knapp 100 Pistenkilometern.

Die geographische Lage von Aare
Die geographische Lage von Åre in Schweden. © google.com

Åre liegt in einem von West nach Ost bis Südost ausgerichteten Tal auf einer Seehöhe von etwa 400 m. Das Skigebiet liegt unmittelbar nördlich der Ortes, somit liegen die meisten Pisten auf Südhängen. Der höchste Punkt oberhalb des Orts ist mit 1.420 m der Gipfel vom Åreskutan. Am Talboden erstreckt sich der Åresjön, ein relativ flacher See der etwa von Ende November bis Anfangs Mai zugefroren ist.

Die Topographie rund um Aare
Die Topographie rund um Åre. © google.com

Klimamittel

Die mittlere Jahrestemperatur in Duved, einem Ort etwa 8 km westlich von Åre, liegt bei +1,3 Grad und im Mittel fallen pro Jahr 660 Liter pro Quadratmeter Regen bzw. Schnee. Der nasseste Monat des Jahres ist mit 89 mm der Juli, während die Monate von Februar bis Mai vergleichsweise trocken ausfallen.

Mittlerer Niederschlag (1961-1990, SMHI) in Duved:
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
mm 48 38 42 35 36 56 89 70 78 59 47 62
°C -9,9 -8,4 -4,5 0,3 6,3 10,9 12,3 11,1 7,0 2,6 -3,9 -7,7

Im Februar fallen im Mittel 38 mm Regen bzw. Schnee, das ist deutlich weniger als in den Nordalpen: Der mittlere Monatsniederschlag in Seefeld in Tirol liegt im Februar bei 81 mm, im Arlberggebiet sogar bei über 100 mm. Åre liegt bei Süd- bis Südwestlagen im Lee des Südskandinavischen Gebirges, bei West- bis Nordwestlagen ist das Skigebiet hingegen wetteranfällig, da die Berge in diesem Gebirgsabschnitt nicht besonders hoch sind und im Westen wenig Schutz bieten. Der Wind weht aufgrund der Ausrichtung des Tals vorwiegend aus West bis Nordwest und nur manchmal auch aus Ost-Südost. Stürmische Böen treten vor allem von November bis März auf und kommen nahezu ausschließlich aus westlicher Richtung.

Aktuelle Wetterlage

Skandinavien liegt seit Wochenbeginn unter Tiefdruckeinfluss. Im Laufe der ersten Wochenhälfte baute sich über Mitteleuropa zudem ein mächtiges Hochdruckgebiet auf, welches flankiert von einem Tief über dem östlichen Mittelmeer und einem weiteren Tief über dem Atlantik zu einer blockierten Wetterlage namens „Omega-Lage“geführt hat. Das Westwindband wird dabei von Mitteleuropa ferngehalten und atlantische Tiefausläufer ziehen in dichter Abfolge am Nordrand des Hochs über Skandinavien hinweg. Das Hoch, welches in Mitteleuropa für sonniges und mildes Wetter sorgt, spielt somit auch eine entscheidende Rolle für das wechselhafte Wetter in Skandinavien.

Das Hoch über Mitteleruopa lenkt Tiefdruckgebiete nach Skandinavien
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Samstag. © GFS / UBIMET

Fazit

Åre ist aufgrund seiner nördlichen geographischen Lage abseits der Norwegischen See in Mittel relativ kalt, so liegt die durchschnittliche Monatstemperatur in Februar bei -8,4 Grad. Zum Vergleich beträgt die mittlere Februartemperatur in St. Anton am Arlberg -3,7 Grad. Solche Temperaturen stellen aber normalerweise kein Problem dar und sorgen vielmehr für eisige und somit beständige Pistenverhältnisse. Problematischer ist die Windanfälligkeit bei West- bis Nordwestwetterlagen, da der Wind im Tal kanalisiert wird. Heuer hatten die Veranstalter allerdings auch etwas Pech, so sorgt derzeit die festgefahrene Wetterlage vor allem in Skandinavien für sehr wechselhafte Bedingungen. Dies kann aber durchaus auch in den Alpen passieren, so gab es etwa in der ersten Jännerdekade Nordstaulagen am laufenden Band. Damals mussten etwa die Abfahrt und der Super-G der Damen am 12. und 13. Jänner in St. Anton abgesagt werden. Bei Bewerben im Gebirge müssen Veranstalter stets auf einen gnädigen Petrus hoffen.

Wetterradar - Wien

Wetterradar

Niederschlag

Wind

Temperatur