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Nicht nur mit Blumen und Geschenken kann man Müttern Freude machen Bild: Shutterstock/VGstockstudio

14.05.2017

Woher kommt der Muttertag?

Heute feiern wir unsere Mütter und bedanken uns für ihren Einsatz mit Blumen, Gedichten, Selbstgebasteltem und anderen Aufmerksamkeiten. In Österreich und vielen anderen Ländern fällt er auf den zweiten Sonntag im Mai - diese Jahr also am 14. Mai. Seit wann gibt es diesen Tag eigentlich? Und hat ihn wirklich die Blumenindustrie erfunden?

Von der Predigt zum Feiertag

Zuallererst muss mit einem alten Gerücht aufgeräumt werden: Der Muttertag wie wir ihn heute feiern ist keine Erfindung der Blumenindustrie oder gar der Nationalsozialisten, sondern geht auf eine von der Amerikanerin Anna Jarvis initiierte Predigt im Jahr 1905 zurück. Sie setzte sich für Frauenrechte ein und wollte nach dem Tod ihrer Mutter, am 8. Mai 1905, erreichen, dass alle Mütter noch zu Lebzeiten geehrt werden. Die Bitte an ihren Pfarrer, eine Predigt über die Rolle der Mutter in der Gesellschaft zu halten, war nur der Anfang. Es folgten Briefe an Geistliche, Politiker und andere einflussreiche Männer. Und tatsächlich wurde 1914 der zweite Mai-Sonntag, der Todestag von Anna Jarvis' Mutter, in den USA offiziell zum Muttertag erklärt. England zog nach und ließ dort die alte Tradition des "Mothering Day" wieder aufleben. Darauf folgte 1917 die Schweiz, 1918 Norwegen, 1919 Schweden, 1922 Deutschland und 1924 schließlich Österreich.

Der Mai gilt auch im katholischen Kirchenjahr als der Monat zur Verehrung der Gottesmutter Maria mit zahlreichen Maiandachten. Gefeiert wurden Mütter übrigens schon in der Antike bei den alten Griechen und Römern um 250 v.Chr., daraus hat sich allerdings keine anhaltende Tradition etabliert.

Wertschätzung für Mütter

Mit dem Muttertag soll allen Müttern gezeigt werden, welche wichtige und notwendige Rolle sie in der Familie haben. Aus diesem Grunde sollen sie am Muttertag für ihre Mühen und Verdienste besonders geehrt und verwöhnt werden. In unseren Breiten hat sich die Tradition etabliert, dass Müttern an diesem Tag Hausarbeiten und Verpflichtungen abgenommen werden. Sie sollen ihre häufige Mehrfachbelastung als Mutter, Hausfrau oder Berufstätige für einen Tag vergessen können. Auch freuen sich viele Mütter oder Großmütter, wenn sich ihre Kinder zum Muttertag bei ihnen einfinden.

Neben Beschenkungen soll nicht die Wertschätzung ihrer Arbeit zu kurz kommen. Anstatt lediglich Geschenke zu überreichen freuen sich Mütter, wenn auf kreative und persönliche Weise der Dank ausgedrückt wird. Auch soll ein Tag nicht ausgleichen, dass die Frau den Rest des Jahres über die Hausarbeit alleine übernimmt. Hier ist es bestimmt ein schöneres Geschenk, wenn Männer oder Kinder die Mutter öfter im Haushalt unterstützten und die Arbeit gerecht aufteilen.