Regentropfen

Regentropfen. Bild: S. Danßmann, UBIMET

10.03.2016

Was ist Niederschlag?

Unter Niederschlag verstehen die Meteorologen viel mehr als nur Regen oder Schnee. Manche werden daher überrascht sein, was alles unter diese Definition fällt.

Zunächst zur Theorie

Unter Niederschlag versteht man in der Meteorologie in erster Linie Wasser, das in flüssiger oder fester Form aus Wolken / Nebel / Dunst / feuchter Luft auf die Erde fällt. Da kommen den meisten natürlich sofort die gängigen Niederschlagstypen in den Sinn: Regen, Nieselregen, Eisregen, Schneeregen, Schnee, Graupel, Hagel.

Zusätzlich zählt aber auch all jenes Wasser, das sich auf Oberflächen beispielsweise in Form von Tau oder Reif absetzt, zum Niederschlag (obwohl man diesen nicht messen kann).

Werdegang eines Tropfens

Wasser kann nicht von außerhalb der Erde auf unseren Planeten gelangen. All das Wasser, das fest, flüssig und gasförmig auf der Welt vorkommt und den Niederschlag ausmacht, ist Teil eines riesigen Kreislaufs. Um das zu verstehen, versetzt man sich am besten in die Lage eines Wassertropfens im Ozean und verfolgt seine Reise ...

Die Sonne erwärmt das Meer, folglich setzt Verdunstung ein. Tag für Tag gelangen auf unserem Planeten so Unmengen Wasserdampf von allen möglichen Oberflächen in die Atmosphäre, neben den Ozeanen beispielsweise auch von Mooren und Regenwäldern. Der weitaus größte Teil des Wasserdampfs in der Luft stammt jedoch aus den Weltmeeren, ein praktisch unerschöpfliches Wasserreservoir. Im Atlantik und Pazifik der Subtropen verdunsten beispielsweise fast 10 Liter pro Tag - von jedem einzelnen Quadratmeter Meeresoberfläche.

Da Wasserdampf leichter als Luft ist, steigt er auf. Groß- und kleinräumige Luftströmungen unterstützen diesen Prozess. Die Luft kühlt dabei ab, an sogenannten Kondensationskeimen (winzig kleine Partikel wie Staub, Sand etc.) kondensiert der Wasserdampf in weiterer Folge. Ein Tröpfchen ist geboren, es bildet im Kollektiv mit Abermillionen weiterer Tröpfchen Wolken. Unser Tröpfchen wächst nun immer weiter an. Irgendwann ist sein Gewicht zu groß, um weiter in der Wolke zu verweilen. Es fällt also der Schwerkraft zum Opfer und folglich auf die Erde.

Ein geschlossener Kreislauf

Fällt der Regentropfen (oder natürlich auch die Schneeflocke, das Hagelkorn usw.) ins Meer, ist der Wasserkreislauf wieder geschlossen. Es kann aber auch sein, dass unser Wassertropfen über einen längeren Zeitraum zwischengespeichert wird und erst nach Monaten, Jahren, Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden wieder in den Wasserkreislauf eintritt. Man denke nur an eine Schneedecke, an Grundwasser oder an Gletscher. Verloren geht ein Wassertopfen aber niemals. Eine faszinierende Vorstellung, wenn man beim nächsten Regenschauer einmal darüber nachdenkt. Vielleicht ist der Regentropfen auf unserer Nase ja einmal im Pazifik gewesen oder im Eisschild Grönlands.