Orkantief THOMAS

Orkantief THOMAS (abgebildet im Wasserdampfkanal) befindet sich am Donnerstagvormittag mit seinem Kern über England. Bild: UBIMET, EUMETSAT

23.02.2017

Tief THOMAS sorgt für Orkanböen

Am Donnerstag erreichen die frühlingshaften Temperaturen ihren Höhepunkt in der Südhälfte Deutschlands sowie in Österreich. Erstmals in diesem Jahr könnten in der Osthälfte Österreichs die 20 Grad geknackt werden. Aber Orkantief THOMAS beendet dies und sorgt in Westdeutschland sogar für Orkanböen! Wir halten euch hier über die Entwicklung auf dem Laufenden.

Update 05:30 Uhr

Das Zentrum von Orkantief THOMAS liegt nur bereist über der polnischen Ostseeküste, womit sich auch das Sturmfeld immer weiter nach Osten verschiebt. In den nächsten Stunden muss man besonders von Berlin bis Wien noch mit Sturmböen rechen, sonst lässt der Wind nun kontinuierlich nach. Die dazugehörige Kaltfront hat bereits die Alpennordseite erreicht und hier sinkt die Schneefallgrenze gegen 800 m.

Update 23:15 Uhr

Die Kaltfront von Thomas erreicht gerade die Donau, südlich davon ist es von München bis Wien noch extrem mild für die Tageszeit. So zeigt das Thermometer noch verbreitet Temperaturen um die 15 Grad. In den nächsten Stunden wird es auch an der Alpennordseite in Österreich zunehmend stürmisch. Hier die Böen der letzten Stunde:

Windböen der letzten Stunde Bild: UBIMET, VERA

Update 21:45 Uhr

Nun hat der Sturm das gesamte mittlere Landesdrittel Deutschlands fest im Griff. Die stärksten Böen, nämlich schwerer bis orkanartiger Sturm, wurden zuletzt in Lüdenscheid im Sauerland mit 109 km/h gemessen, in Ahaus im Nordwesten NRWs waren es 105 km/h, in Bückeburg im Weserbergland 104 km/h, ebenso in Oschatz in der Leipziger Tieflandsbucht.

Bei derartigen Windspitzen können größere Äste abbrechen, Ziegelsteine von Hausdächern fallen, Plakatwände umknicken, LKWs von den Straßen geweht werden und Stromleitungen reißen, falls sie durch Bäume beschädigt werden. Auch der öffentliche Verkehr kann eingeschränkt sein.

 

Update 20:35 Uhr

Den neuesten Wettermodellen zufolge wird Sturmtief THOMAS im Süden Sachsen-Anhalts sowie in weiten Teilen Sachsens etwas stärker ausfallen als zuletzt angenommen. Vor Sturmböen von 70 bis 90 km/h war gewarnt, nun gibt das Team des Deutschen Unwetterradar www.uwr.de eine Warnung der nächst höheren Warnstufe ROT aus. Rechnen Sie über Nacht verbreitet mit teils schweren Sturmböen von 80 bis 100 km/h!

 

Update 20:31 Uhr

Einer unserer User (Jennifer Hartmann) hat uns gerade folgendes aus Oberhausen Alstaden-West in NRW über ihr Mobile Phone gemeldet:

"Starker Sturm. Äste liegen überall, Mülltonne rutschen über die Straßen. Keine Beleuchtung auf den Strassen. Teilweise Strassen gesperrt. Der starke Regen macht es nicht besser."

Ein paar Stunden heißt es noch durchhalten, dann ist der Spuk wieder vorbei. Aber noch gilt Vorsicht!

 

Update 20:30 Uhr

Mittlerweile hat der Sturm auch Thüringen und den Südwesten Sachsens erreicht. Auch die Nordhälfte Bayerns ist betroffen. In Wundsiedel-Schönbrunn wurden zwischen 19 und 20 Uhr schwere Sturmböen von 100 km/h gemessen, in Schleiz (Thüringen) 86 km/h und in Chemnitz (Sachsen) 85 km/h. Auf dem Fichtelberg weht der Wind mit Böen in Orkanstärke, hier sind es 121 km/h.

Mehr Infos zur aktuellen Warnlage: www.uwr.de

 

Update 19:00 Uhr

Diese Propelermaschine am Flughafen Schiphol (Amsterdam) hatte vorhin ihre liebe Not. Sie wurde von einer Windböen versetzt und landete neben der Piste.

Mehr Bilder dazu hier:

 

Update 18:45 Uhr

Das Hauptsturmfeld von THOMAS hat nun den Westen Deutschlands erreicht. In Rheine und in Geilenkirchen kam es bereits zu schweren Sturmböen von 101 km/h und es ist davon auszugehen, dass stellenweise Spitzenböen von bis zu 110 km/h möglich sind. In den nächsten 2 bis 3 Stunden wird sich das Sturmfeld auf die gesamte Mitte des Landes ausdehnen. Dabei werden verbreitet teils schwere Sturmböen von 80 bis 100 km/h erwartet, in exponierten Lagen auch orkanartige Böen von bis zu 110 km/h.

Am Brocken pfeift der Wind derzeit mit atemberaubenden (einem den Atem raubenden!) 155 km/h!

Hier eine Karte des UBIMET-RACE-Models mit den zu erwartenden Böen bis 21 Uhr:

Böen bis 21 Uhr, Donnerstag 23. Februar 2017      Bild: UBIMET, Race-Modell

Update 16:00 Uhr

Das Sturmfeld von THOMAS erfasst nun vermehrt die Bundesrepublik Deutschland. An der Grenze zur Niederlande gab es bereits Böen um 100 km/h. In Wales (GB) wurden zuletzt bereits Orkanböen von 150 km/h registriert und auch im Norden Frankreichs kommt es gerade verbreitet zu Böen von 100 bis 115 km/h. In den Benelux-Staaten weht der Wind derzeit mit Böen von 80 bis 100, lokal bis zu 110 km/h. Bis zum Abend erfassen diese Böen auch Nordrhein-Westfalen.

An der Küste der Niederlande peitscht der Wind das Meer bereits ordentlich hoch:

Und auch erste LKWs mussten auf der niederländischen A16 daran glauben:

Am wärmsten war es bislang mit föhnigem Südwestwind in der Stadt Salzburg, hier erreichten die Temperaturen T-Shirt-taugliche 22 Grad.

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Das Orkantief THOMAS hat sich Mittwochabend über dem offenem Meer im Ostatlantik gebildet und befindet sich am Donnerstagvormittag über den Britischen Inseln. Mit hoher Geschwindigkeit zieht es dann ostwärts und erreicht am Freitagvormittag bereits Weißrussland, das Tief legt also in etwa 24 Stunden sage und schreibe 2500 Kilometer zurück!

Orkanböen im Westen Deutschlands

Donnerstagabend bzw. -nacht zieht THOMAS mit seinem Kern direkt über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, doch die stärksten Windböen sind weiter südlich zu erwarten. Insbesondere im Süden der Niederlande, in Belgien sowie in einem Streifen vom Münsterland und der Eifel bis zum Harz und dem Thüringer Wald und bis Sachsen wird es sehr windig werden. Schwere Sturmböen und teils sogar Orkanböen von 100 bis 120 km/h werden in Nordrhein-Westfalen, dem Norden von Rheinland-Pfalz und Hessen sowie im Lee des Harzes und Thüringer Waldes erwartet. Generell wird es in großen Teilen von Mitteleuropa stürmisch, Österreich ist nur am Rande betroffen - mit Böen von 70 bis 90 km/h.

Höhepunkt des Frühlings in Österreich, Wintergastspiel am Freitag

Die Wärme vor dem Sturm bekommt man noch in Baden-Württemberg, Bayern und generell in Österreich zu spüren. Hier sind mit föhnigem Süd- bis Südwestwind stellenweise über 20 Grad zu erwarten, örtlich sogar 22 Grad.

Am Freitag zieht die Kaltfront dieses Tiefs mit einigen teils kräftigen Regenschauern und stürmisch auffrischendem West- bis Nordwestwind auch über Österreich hinweg. Die Auswirkungen werden aber bei weitem nicht so stark sein. Dennoch kann der Wind vorübergehend Spitzen um die 90 km/h erreichen. Die Schneefallgrenze sinkt bis zum Abend überall auf 800 bis 400 m. Auch im Rhein- und Inntal sowie in manchen Tälern Kärntens muss man wieder mit Schneeflocken rechnen. Im Gebirge muss man sich auf einen massiven Temperatursturz und Neuschnee einstellen.