Schmelzender Johns Hopkins Gletscher, Alaska

Schmelzender Johns Hopkins Gletscher, Alaska      Bild: www.shutterstock.com, Maridav

20.01.2017

Temperaturbilanz Dezember 2016

Global gesehen liegt ein sehr warmer Dezember 2016 hinter uns. Es ist aber nicht irgendeiner, sondern der drittwärmste der vergangenen 137 Jahre, seit es eben Aufzeichnungen gibt. Das Jahr 2016 als gesamtes bilanziert sogar als wärmstes seit Messbeginn.

Viel Erfreuliches gibt es weltweit über den vergangenen Dezember nicht zu berichten.
Alle Zeichen stehen weiterhin auf Klimawandel und die Menschheit sollte endlich verstehen, dass sie sich selbst in Gefahr bringt, wenn sie diesem nicht Einhalt gebietet.

Im Titelbild zu sehen ist der vom Klimawandel gezeichnete Johns Hopkins Gletscher in Alaska.

Die folgende Darstellung zeigt die Abweichung der Land- und Ozean-Temperatur im Dezember 2016 vom Mittel der Normalperiode 1981-2010 in Grad Celsius (Quelle: NOAA).

Temperaturabweichung zu Normalwerten, Dezember 2016      Bild: NOAA

Deutlich zu erkennen ist zunächst, dass die positiven Abweichungen zum vieljährigen Mittel (rote Bereiche) deutlich überwiegen. Auffällig sind auch die markant negativen Abweichungen im Herzen Russlands sowie über Osteuropa, die wiederkehrenden arktischen Kaltluftausbrüchen zuzuschreiben sind. Auch der Westen und Mittlere Westen der Vereinigten Staaten fielen auf die kalte Seite. Dem gegenüber stehen aber großflächige positive Anomalien über der gesamten Südosthälfte Asiens, weiten Teilen Afrikas, Süd- und Mittelamerikas sowie Australiens. Für die grauen Flächen sind aufgrund mangelnder Datendichte keine Werte verfügbar.
 

Lassen wir die Zahlen sprechen:

Die kombinierte Durchschnittstemperatur der globalen Oberflächen (Kontinente und Meere) lag im Dezember 2016 um etwa 0,8 Grad über dem Mittel des 20sten Jahrhunderts von 12,2 Grad. Diese Abweichung ergibt den drittwärmsten Dezember der vergangenen 137 Jahre. Und sie ist somit auch nicht weit vom positiven Rekordwert von +1,1 Grad aus dem Jahr 2015 entfernt zu sein. Der zweitwärmste Dezember wurde übrigens 2014 registriert. Die wärmsten Dezember entfallen also auf die vergangenen drei Jahre, ein weiteres Indiz dafür, wie steil die globale Temperaturkurve nach oben zeigt.
 

Wie war es eigentlich um das gesamte Jahr 2016 bestellt?

Nun, kurz und bündig gesagt war es das wärmste der 137-jährigen NOAA-Reihe. Das fällt uns derzeit schwer zu glauben, frieren wir doch unter sibirischer Kälte. Das eine ist eben das Wetter und das andere das Klima. Das Wetter kann sich, so wie derzeit bei uns, für eine Extremvariante entscheiden und dann wird es eben bitterkalt. Dies soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weltweit gesehen zu warm ist. Die positiven Abweichungen überwiegen also im Vergleich zu den negativen deutlich und es wird nicht lange dauern, bis die Monatsbilanzen auch bei uns in Mitteleuropa wieder deutlich positiv ausfallen. Die global gemittelte Temperatur lag um gut 0,9 Grad über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 13,9 Grad. Verantwortlich dafür zeichnet hauptsächlich ein starkes El Niño-Ereignis, das zu Beginn des Jahres den Ton angegeben hat.

Die folgende Darstellung zeigt die Abweichung der Land- und Ozean-Temperatur des Jahres 2016 vom Mittel der Normalperiode 1981-2010 in Grad Celsius (Quelle: NOAA). Dazu bedarf es keiner näheren Ausführungen.

Temperaturabweichung 2016 vom langjährigen Mittel      Bild: NOAA


 

Hinweis: Alle in diesem Artikel verwendeten Daten stammen von der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration).