Sturm

Vorsicht Sturm! Bild: Shutterstock

05.10.2017

Sturmtief Xavier

Am Donnerstag hat das Sturmtief XAVIER den Norden Deutschlands überquert. Vor allem in einem Streifen von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen und Brandenburg traten lokal sogar Orkanböen auf!

Update 18:50 Rückblick

Das Sturmtief Xavier hat mittlerweile polnisches Gebiet erreicht und nun lässt auch der Sturm in der Osthälfte Deutschlands rasch nach. Zeit für uns ein kurzes Resümee zu ziehen: Das Tief hielt die Nordhälfte Deutschlands ordentlich auf Trab, besser gesagt sorgte sie für einen Stillstand des öffentlichen Lebens. In einem Streifen von der Nordsee bis Brandenburg und Niedersachsen traten verbreitet Sturmböen und stellenweise sogar orkanartige Böen sowie lokale Orkanböen auf! Leider gab es aber auch Todesopfer zu beklagen.

Hier noch die Spitzenwerte des Ereignisses:

Maximale Windböen vom 05.10.2017 Bild: DWD

Update 17:30 Orkanböen im Süden von Berlin-nichts geht mehr

Update 16:30 Achtung Berlin

Leider gibt es schon zahlreiche Bilder und Videos auf den sozialen Netzwerken von erheblichen Sturmschäden auch aus der Bundeshauptstadt Deutschlands, der öffentliche Verkehr ist auch hier seit wenigen Minuten lahmgelegt..

Update 16:05 Hauptwindfeld bereits über Osthälfte, Berlin bald Hot-Spot!

In Teilen von Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurden letzte Stunde vielerorts Sturmböen gemessen, lokal sogar orkanartige Böen im Tiefland. Hier die Spitzenwerte von 16 Uhr:

  • 114 km/h in Genthin
  • 107 km/h in Seehausen
  • 102 km/h in Wiesenburg und Brandenburg/Havel
  • 98 km/h in Magdeburg und Berge
  • 95 km/h in Potsdam, Suepplingen und Gardelegen

In Teilen von Norddeutschland wurde der Bahnverkehr bereits eingestellt, auch U- und S-Bahnen in den Städten verkehren kaum noch.

Update 14:30 Satellitenbild von 14 Uhr

Satellitenbild vom 05.10.2017 Bild: EUMETSAT, DWD, UBIMET

Im Satellitenbild seht ihr das Satellitenbild von 14 Uhr im Wasserdampfdarstellung. Dabei stellt die orangene/gelbliche Farbe eine Zone extrem trockener Luft dar. Bei solch einer extremen Tiefdruckentwicklung, die derzeit im Norden von Deutschland vonstatten geht, tritt oftmals eine sogenannte "dry intrusion" (= sichtbar als gelbe Zunge über dem Norden Deutschlands) auf. In diesem Bereich wird an der Rückseite des Tiefs extrem trockene und energiereiche Luft aus hohen Luftschichten (aus der Stratosphäre) nach unten gemischt wird, dies ist ein Indiz für den Bereich der größten Windgeschwindigkeiten.

Update 14:00 Sturm in vollem Gange

Das Tief befindet sich derzeit mit seinem Zentrum im westlichen Mecklenburg-Vorpommern und in den Städten Bremen, Hamburg und Braunschweig traten schon Böen knapp über 100 km/h auf! Zudem gibt es schon erste Fotos von Schäden aus den Niederlanden und Nordwestdeutschland.

Update 12:20 Sturm erreicht Deutschland

Im Nordwesten Deutschlands wurden letzte Stunde vielerorts Sturmböen gemessen, auf den Ostfriesischen Inseln sogar Orkanböen. Hier die Spitzenwerte bis 12 Uhr:

  • 122 km/h Leuchtturm Alte Weser
  • 120 km/h Spiekeroog
  • 117 Km/h Norderney
  • 100 km/h Emden
  • 97 km/h Rheine-Bentlage

Update 11:20 - Wind legt zu

Der Wind legt nun deutlich zu, mittlerweile ist der Kern von XAVIER dicht an der Nordseeküste. Hier die Spitzenböen in den Niederlanden in der letzten Stunde:

  • 115 km/h Bohrinsel AWG1 (NL)
  • 112 km/h Lauweersog (NL)
  • 101 km/h Leeuwarden (NL)

Update 10:45 Uhr - Warnungen

Die Vorwarnungen bezüglich des Sturms wurden auf die höchste Kategorie gesetzt!

Die Warnkarte für Deutschland; Unwetterradar, www.uwr.de    Bild: Unwetterradar; www.uwr.de

Update 08:30 Uhr - Satellitenbild

Das Tief XAVIER liegt aktuell über der Nordsee im Bereich der Delle der dargestellten Linien gleichen Luftdrucks. Es befindet sich jetzt in der Verstärkungsphase, in den kommenden Stunden wird es dann immer deutlicher am Satellitenbild zu sehen sein. Dann wird auch der Wind deutlich zulegen. Allgemein zeichnet sich ab, dass das Sturmereignis heute relativ kurz ausfallen wird, aber dafür umso heftiger.

Sat Bild: EUMETSAT / UBIMET

Übersicht: Orkanböen in Norddeutschland

Am Donnerstag überquert von Westen her das Sturmtief XAVIER die Nordhälfte Deutschlands. Von der Früh weg fällt im Norden vielerorts Regen, teils markante Regensummen sind am Nordrand des Tiefkerns zu erwarten in einem Streifen von Holstein bis nach Mecklenburg-Vorpommern. Im Bereich bzw. an der Südflanke des Tiefkerns frischt im Nordwesten am Vormittag stürmischer West- bis Nordwestwind auf, im Tagesverlauf verlagert sich der Schwerpunkt rasch von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg, Berlin und Sachsen. Gebietsweise muss man hier mit orkanartigen Sturmböen (103-117 km/h) rechnen, lokal sind sogar Orkanböen (>118 km/h) nicht ausgeschlossen! In den Hochlagen vom Harz zeichnen sich sogar Böen über 150 km/h ab! Auch im Süden lebt der Wind stark bis stürmisch auf, wenngleich die Spitzen im Vergleich zum Norden geringer bleiben. In der zweiten Tageshälfte erfasst der Regen vermehrt auch die südlichen Landesteile, im Nordwesten ziehen weitere, teils gewittrige Schauer durch.

Aufgrund der oft noch belaubten Bäume besteht große Windbruchgefahr, zudem können Hausdächer vom Sturm abgedeckt werden! Weiters kann es zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen kommen.

Am Abend zieht "XAVIER"rasch weiter nach Polen. Dahinter schwächt sich der Wind wieder deutlich ab.

Anbei die voraussichtliche Position von Sturmtief XAVIER am Donnerstagnachmittag über dem Nordosten Deutschlands. In rot ist die Zugbahn markiert, die kräftigsten Böen sind südlich dieser Linie zu erwarten:

XAVIER Bild: www.uwr.de / UBIMET