Eisberg

Eisberge am Rande der Antarktis. Bild: Armin Rose; shutterstock.com

17.02.2017

Riss im Eis: Gigantischer Eisberg in der Antarktis

Im Larsen-Schelfeis in der Antarktis wird bereits seit vielen Jahren ein ausgeprägter Riss beobachtet. In letzter Zeit hat sich dieser rasant ausgedehnt, somit erwarten Forscher bereits innerhalb der kommenden Monate die Bildung eines gigantischen Eisbergs.

Der Rissansatz im Larsen-C-Schelfeis im Weddell-Meer wurde schon in den 60-er Jahren erstmals dokumentiert. Seit 2014 hat sich der Riss allerdings schubweise deutlich verlängert, so waren es allein in den vergangenen zwei Monaten weitere 27 km! In Summe weist der Riss bereits eine Gesamtausdehnung von etwa 160 km auf.

Gigantischer Eisberg

Mittlerweile fehlen nur noch 30 km bis zum anderen Ende des Eisschelfs. Es zeichnet sich somit einer der größten Eisberge seit Beobachtungsbeginn ab, mit einer Fläche von etwa 6.000 Quadratkilometern. Zur Veranschaulichung: Dies entspricht etwa der dreifachen Fläche Osttirols und fast der doppelten Größe des Saarlandes! Die riesige Eisfläche sollte nach Schätzungen von Forschern innerhalb der nächsten drei Monaten abbrechen.

Eis ist nicht gleich Eis

Die Wissenschaftler warnen bereits vor den möglichen Folgen dieses Ereignisses, denn der Schelfeis wirkt stabilisierend auf die angrenzenden Antarktischen Gletscher. Diese könnten nämlich ohne der abbremsenden Eismasse über dem Meer deutlich schneller nachrutschen und im Ozean schmelzen. Im Gegensatz zur Wassermasse des Eisschelfs selbst, das ja zum Großteil ohnehin im Meer schwimmt, würde dieses Gletscher-Schmelzwasser mittelfristig zur Erhöhung der Meeresspiegel beitragen.