Schnee

Starkschneefall in Puchenstuben (NÖ). Bild: http://puchenstuben.it-wms.com/big_current1.jpg

20.04.2017

Resümee zum Starkschneefall

In den vergangenen 24 Stunden hat es in Teilen der Steiermark und Niederösterreich Rekordschneemengen von mehr als einem Meter gegeben. Selbst im östlichen Flachland schneite es vorübergehend kräftig und es bildete sich eine dünne Schneedecke. Welche Regionen bei diesem Wintereinbruch am schlimmsten betroffen waren, verraten wir folgend mit Daten und Bildern.

Schneemassen in den Steirisch-Niederösterreichischen Alpen

Vom Gesäuse und den Wildalpen über das Mariazellerland bis zum südlichen Wienerwald und dem Schneeberggebiet liegen nun je nach Höhenlage verbreitet 40 bis 80 cm Neuschnee, örtlich sogar 100 cm oder mehr. Besonders in erhöht gelegenen Orten türmen sich die Schneemassen über einen Meter hoch.

Schneehöhen des Stationsnetzes des Lawinenwarndienstes Niederösterreich (Achtung: ungeprüfte Rohdaten!), (c) www.lawinenwarndienst-niederoesterreich.at/
Ort, Seehöhe, Bundesland Schneehöhe um 6 Uhr MESZ, 20. April 2017
Neuhaus, 1103 m, NÖ 150 cm
Lackenhof, 809 m, NÖ 120 cm
Annaberg, 911 m, NÖ 100 cm

Das sind Schneemassen, wie man sie hier den ganzen Winter über nicht gesehen hat. Aber auch sonst sind in vielen Regionen 20 bis 40 cm der weißen Pracht zusammengekommen.

Ergänzend noch ein paar weitere Schneehöhen aus ganz Österreich:

Schneehöhen vom 20. April 2017, 8 Uhr MESZ
Ort, Seehöhe, Bundesland Schneehöhe
Mariazell, 866 m, ST 92 cm
Lunz am See, 614 m, NÖ 86 cm
Mooslandl / Hieflau, 470 m, ST 57 cm
Warth am Arlberg, 1475 m, V 53 cm
Schröcken, 1244 m, V 41 cm
Gstatterboden, 576 m, ST 28 cm
Reutte, 850 m, T 23 cm
Rekawinkel, 374 m, NÖ 19 cm
Dalaas, 930 m, V 18 cm

Die Wiener Außenringautobahn (A21) wurde ab dem späten Nachmittag angesichts der massiven Schneefälle in beide Richtungen total gesperrt. Durchreisende, für die es kein Weiterkommen mehr gab, mussten zum Teil in lokalen Quartieren untergebracht werden. Hängengebliebene LKWs und PKWs blockierten die Fahrbahn, so kam der Verkehr zum Stillstand. Schuld am Verkehrszusammenbruch war eine der Witterung nicht entsprechende Ausrüstung. Viele sind nach dem außergewöhnlich warmen März und nach ersten Sommertagen mit Höchstwerten über der 25-Grad-Marke (31. März und 1. April 2017) bereits mit Sommerreifen unterwegs gewesen.

Höchste Warnstufe von der Österreichischen Unwetterzentrale ausgerufen:

Höchste Warnstufe der Unwetterzentrale      Bild: www.uwz.at

Hier einige Meldungen der ASFINAG:

A21 Vösendorf Richtung Steinhäusl

zwischen Kn. Vösendorf (km 38) und Brunn/Gebirge (km 36), Totalsperre bei km 38

19.04.2017 13:28:30
20.04.2017 04:15:19

Quelle: ASFINAG

A1 St. Pölten Richtung Wien

zwischen Kn. St.Pölten (km 54) und Böheimkirchen (km 48) bei km 53, Verkehrsbehinderung aufgrund einer polizeilichen Anordnung, Totalsperre bei km 55, Großräumige Umleitung: Alle weichen am besten über die S33 aus

19.04.2017 14:00:54
20.04.2017 04:35:26

Quelle: ASFINAG

Schneeverwehungen und Sturm im Wechselgebiet

Der stürmische Wind mit Böen von 70 bis 100 km/h sorgte besonders in den Höhenlagen der Buckligen Welt für Schneeverwehungen. Auf der A2, der Südautobahn, gab es Mittwochabend und -nacht im Wechselabschnitt in Fahrtrichtung Wien vorübergehend kein Weiterkommen mehr. Polizei und Feuerwehr verteilten Decken und Tee.

Hier einige Meldungen der ASFINAG:

A2 Wien Richtung Graz

zwischen Krumbach (km 76) und Zöbern (km 81), Erster Fahrstreifen gesperrt

19.04.2017 20:39:30
20.04.2017 06:31:57

Quelle: ASFINAG

A2 Wien - Graz

zwischen Krumbach (km 76) und Zöbern (km 81) bei km 80, Achtung starker Schneefall, Winterliche Fahrverhältnisse. Fahrzeuge bleiben immer wieder hängen, Umleitungsempfehlung über die S6

19.04.2017 20:47:48
20.04.2017 03:13:23

Quelle: ASFINAG

A2 Graz Richtung Wien

zwischen Friedberg-Pinggau (km 95) und Schäffern (km 88) bei km 88, Achtung starker Schneefall, Winterliche Fahrverhältnisse. Fahrzeuge bleiben immer wieder hängen.

19.04.2017 20:47:48
20.04.2017 03:13:23

Quelle: ASFINAG

Wie sieht es mit der Jährlichkeit aus?

Beim aktuellen Wintereinbruch handelt es sich um ein sehr seltenes Ereignis. In Wien hat es das letzte Mal in der zweiten Aprilhälfte 1997, also vor 20 Jahren, geschneit. Derartige Schneemassen wie sie sich nun im Mariazellerland türmen sind sehr außergewöhnlich. Dort schneit es zwar alle 15 Jahre einmal um die zehn Zentimeter, mehr als 40 cm kommen aber nur etwa alle 50 Jahre vor. Aktuell liegen in Mariazell mehr als 70 cm Schnee. Von einer Jährlichkeit bzw. Wiederkehrwahrscheinlichkeit von über 100 Jahren ist somit auszugehen.

Schnee Wien Bild: Schnee im Westen Wiens; M. Mühling

Schneeverwehung Bild: Schneeverwehungen im Steinfeld (NÖ); R. Reiter

Beeindruckende Fotos gibt es auch aus der Buckligen Welt.

Auto versinkt im Schnee Bild: N. Pratscher

Wintereinbruch Bild: N. Pratscher