Central Park, New York City in tiefwinterlichen Verhältnissen

Central Park, New York City in tiefwinterlichen Verhältnissen Bild: John A. Anderson

12.02.2016

Rekordkälte in den USA erwartet

Nach einem relativ milden Winter bisher steht nun Teilen der USA ein eisiges, ja sogar rekordverdächtig kaltes Wochenende bevor. Arktische Luftmassen fluten New York, Pennsylvania, New Jersey sowie die Neuengland-Staaten im Nordosten regelrecht.

Herkunft: Kanadische Arktis

Am bevorstehenden Wochenende stellt sich die Großwetterlage über der Osthälfte der USA grundlegend um. Waren im bisherigen Winter eher Luftströmungen aus Westen und somit milde Luftmassen dominant, sorgt nun ein Tiefdruckgebiet vor der Küste Neufundlands für einen markanten Wetterwechsel. Momentan liegen die Temperaturen rund um die Hudson-Bay auch tagsüber bei eisigen -35 bis -25 Grad. Das Tief zapft auf seiner Rückseite arktische Polarluft an, diese Luft strömt in den kommenden Tagen weit in den Süden. Der Höhepunkt der Kältewelle wird in der Nacht auf Sonntag erwartet.

Erwartete Tiefstwerte in der Nacht von Samstag (13.02.) auf Sonntag (14.02.):

Tiefstwerte Nacht auf Sonntag. Bild: UBIMET

Wo liegen die Kältepole?

Tiefstwerte von 0 Grad Fahrenheit (das entspricht rund -17 Grad Celsius) oder tiefer werden entlang der kanadischen Grenze von Minnesota über Wisconsin und Michigan hinüber bis in den Bundesstaat New York sowie in den Neuengland-Staaten erwartet. In New York City sind solche Temperaturen sehr selten, da hier normalerweise der Atlantik wärmt. Das letzte Mal, dass im Big Apple weniger als -17 Grad gemessen wurden, war im Januar 1994.

Die absolut tiefsten Temperaturen dürften in der Nacht auf Sonntag aber in den Neuengland-Staaten gemessen werden, hier rasseln die Temperaturen auf rund -30 Grad hinab. Mit dem Wind fühlen sich solche Werte dann aber wie -45 Grad an! Auch Schnee ist lokal ein Thema, vor allem an den Großen Seen sind 30 bis 60 cm der weißen Pracht möglich.

Ice Ice Baby vs. Hitze

Dieser Kaltluftvorstoß bringt die verrückte Situation mit sich, dass weiter westlich sehr warme Luft nach Norden strömt. Der Südwesten der USA erlebt aktuell eine ausgeprägte Hitzewelle, vor allem in Arizona und New Mexico liegen die Temperaturen derzeit rund 10 bis 15 Grad über dem Mittel. Als Beispiel sei an dieser Stelle Tuscon (Arizona) genannt. In einem normalen Februar liegen die Temperaturen hier zwischen 5 Grad nachts und 20 Grad tagsüber. Bis einschließlich kommenden Dienstag pendeln sich die Werte hier um die 30-Grad-Marke ein.

Auch in der kanadischen Provinz Alberta ist es aktuell extrem warm: In Calgary beispielsweise wurden diese Woche mit Hilfe des föhnähnliche Chinook-Windes +16 °C gemessen, der 90 Jahre alte Tagesrekord wurde hier um 1,6 Grad übertroffen.