Polare Stratosphärenwolken

Polare Stratosphärenwolken. Bild: Audun Saltvik; shutterstock

16.02.2017

Polare Stratosphärenwolken

Im Hochwinter lassen sich in den polaren Breiten gelegentlich irisierende Wolken, die perlmuttartig glänzen, beobachten. Diese Wolken werden als Polare Stratosphärenwolken bezeichnet. Am 13. Februar wurden im Norden Skandinaviens faszinierende Bilder aufgenommen.

Wo entstehen sie?

Regen, Schnee, Wind oder auch Wolken: Was wir als Wetter bezeichnen, das entwickelt sich in der Troposphäre, der untersten Schicht der Atmosphäre. Polare Stratosphärenwolken sind jedoch eine Erscheinung aus größeren Höhen, wo die Luft sehr trocken ist und Wolken nur selten entstehen. Allgemein werden zwei Haupttypen von polaren Stratosphärenwolken unterschieden: Mischwolken und Perlmutterwolken (auch Perlmuttwolken). Erstere bestehen hauptsächlich aus Tröpfchen von Schwefelsäure, Salpetersäure und Wasser, letztere dagegen aus reinen Wasser-Eiskristallen. Es wird zudem vermutet, dass Staub von Vulkanausbrüchen die Bildung begünstigt.

Beleuchtung von unten

Stratosphärische Mischwolken können sich nur bei Temperaturen von unter -78 °C bilden, Perlmutterwolken gar nur bei -85 bis -90 °C. Stratosphärenwolken treten daher nur in der Nähe der Polregionen in Höhenlagen zwischen 20 und 30 Kilometern auf. Besonders gut sind sie kurz vor Sonnenaufgang sowie kurz nach Sonnenuntergang zu sehen, wenn die Sonne hinter dem Horizont steht und die Wolken von unten beleuchtet werden. Während Mischwolken eher feingliedrig und großflächig auftreten, haben Perlmutterwolken eher ein linsenförmiges Aussehen und schimmern dank der Beugung des Sonnenlichtes sowie Interferenzerscheinungen an den Kristallen in irisierenden Farben.

Wolken als stratosphärischer Ozonkiller

Die Wolken spielen eine entscheidende Rolle beim Abbau des polaren Ozons. Chemische Reaktionen an den Kristallen wandeln inaktive chlorhaltige Substanzen in aktives, Ozon zerstörendes Chlor um. Der rapide Ozonabbau findet erst dann statt, wenn wieder genügend Licht in die Stratosphäre dringt. So erfolgt die Ausdünnung der Ozonschicht über der Arktis im Frühjahr, also von Februar bis April. Stratosphärenwolken treten über der Antarktis übrigens wesentlich häufiger auf als in den Polargebieten der Nordhalbkugel, da der arktische Polarwirbel meist nicht kalt genug ist. Aus diesem Grund ist der Rückgang des Ozons über dem Nordpol auch nicht so stark ausgeprägt wie jener über dem Südpol.