Schnee und Regen

Schnee und Schneeregen bis in Flachland Bild: Nebojsa Markovic, Shutterstock

19.04.2017

Wintercomeback am Mittwoch

Polare Kaltluft hat über die Alpen hinweg auch den zentralen Mittelmeerraum erreicht. Dabei hat sich am Dienstag ein Tief über Italien gebildet, das über den Balkan am Mittwoch nach Ungarn zieht. Es sorgt zur Wochenmitte besonders entlang und nördlich der Alpen für winterliche Verhältnisse. Somit besteht bei den bereits belaubten Bäumen in den betroffenen Regionen eine erhöhte Schneebruchgefahr und für viele Agrarkulturen die Gefahr von Frostschäden.

Der Mittwoch steht ganz im Zeichen des Spätwinters. Es schneit vom Tiroler Unterland ostwärts immer wieder und das bis auf wenige Ausnahmen meist bis ins Flachland. Am Nachmittag und Abend werden Schneefall und Schneeregen von der Slowakei und Ungarn her sogar noch kräftiger und dauern länger an. Sogar die westlichen Bezirke der Bundeshauptstadt können vorübergehend weiß werden. Die Sonne macht sich generell rar, nur im Südwesten, also in Osttirol und Oberkärnten, scheint sie für längere Zeit, insbesondere am Vormittag. Der Nordwind frischt im östlichen Flach- und Hügelland sowie an der Alpensüdseite tagsüber kräftig bis stürmisch auf. Auf teils schwere Sturmböen muss man sich einerseits am Alpenostrand, andererseits von den Tauerntälern Osttirols bis zum Lungau gefasst machen. Die Temperaturen erreichen maximal -1 bis +5 Grad, nur im Süden steigen sie je nach Sonne und Föhn auf +6 bis +11 Grad.

Hier ein Bild aus der Skiregion Königsberg - Hollenstein, an das wir uns heute gewöhnen müssen:

Blüte und Schnee resultieren in großer Frostgefahr!      Bild: Webcam SkiKönigsberg / Königsberg - Hollenstein

Frost und Schneebruch

Das Wetter wird der Natur in den kommenden Tagen ordentlich zusetzen. Nicht nur die Fauna, sondern auch die Flora wird darunter massiv leiden. Nach dem überdurchschnittlich warmen März mit ersten Sommertagen blüht und gedeiht derzeit so ziemlich alles, selbst frostempfindliche Pflanzen stehen in Vollblüte. Und Frost ist in den kommenden Tagen überall möglich. Am Mittwoch und Donnerstag bleiben dank dem Wind davon noch der Donauraum östlich von Linz, das östliche Flachland und die Oststeiermark verschont. Bereits am Freitag müssen die Landwirte aber auch hier um ihre Ernte zittern. Massive Schäden könnte der Frost wie letztes Jahr erneut bei Obst und Wein bringen.

Vom Frost abgesehen besteht in den Schneefallregionen an der Alpennordseite hohe Schneebruchgefahr. Bereits 5 cm der nassen weißen Pracht reichen aus, um belaubte Äste zu knicken und ganze Bäume umstürzen zu lassen. Prognostiziert sind aber an der Alpennordseite in Lagen oberhalb von 400 bis 600 m verbreitet 5 bis 15 cm, im Bereich der Nördlichen Kalkalpen vom Kaiserwinkl bis zur Buckligen Welt sogar 20 bis 30 cm. Am schlimmsten wird es das Mariazellerland mit 30 bis 50 cm erwischen.

Auf den Bergen kommen in diesen Regionen 40 bis 80 cm Neuschnee hinzu, teils sogar 100 cm. Mit dem stürmischen Wind und Böen von 90 bis 130 km/h steigt die Lawinengefahr markant an.