Jahreszeitenübergang

Im Februar sind die größten Temperaturunterschiede möglich Bild: ischte, Shutterstock

27.01.2016

Wetterereignisse im Februar

Für Wetterinteressierte ist der Februar ein spannender Monat. Immer wieder ist der letzte und kürzeste Wintermonat für Überraschungen gut. Atlantik und Polargebiet kühlen sich gegenüber dem Jänner weiter ab, während rund um das Mittelmeer die Temperaturen schon deutlich ansteigen. Somit verschärfen sich die Luftmassengegensätze über Europa und sorgen vermehrt für Extreme und Wetterkapriolen.

Von allen Monaten sind im Februar die größten Temperaturunterschiede von Jahr zu Jahr möglich. Dies gilt sowohl für die Monatsmitteltemperaturen als auch für die absoluten Maxima und Minima.

Wärmer als der März

So zeigte sich im Jahre 1966 der letzte Wintermonat von seiner frühlingshaften Seite. Mit 6,6 Grad Monatsmittel an der Hohen Warte wäre er selbst als März als sehr mild durchgegegangen. 1960 fiel der Februar zwar insgesamt durchschnittlich aus, zu seinem Ende hatte er aber fast schon frühsommerliche 23,6 Grad in Bruck an der Mur zu bieten.

Auch der Monat der Kälterekorde

Ganz anders sah es 4 Jahre zuvor bzw. ein Jahrzehnt vor dem bisher mildesten Februar aus: Nach einem sehr milden Dezember und Jänner wies der Februar 1956 im Mittel fast schon sibirische -8,6 Grad auf. Der ganze Monat stand im Zeichen von Luftmassen aus Nordrussland und der Polarregion, die ihn vor allem in den höher gelegenen und exponierten Regionen zum Rekordmonat machten. Noch eisiger war im Flachland aber der Februar 1929, mit durchschnittlich -9,9 Grad wurde er zum kältesten an der Hohen Warte je gemessenen Monat. Zudem stellen die am 11.02.1929 am Stift Zwettl gemessenen -36,6 Grad den Kälterekord für bewohnte Regionen in Österreich dar.

Schnee und Sturm

Außerdem ist der Februar als Schneemonat bekannt, was im Extremfall zu Lawinenkatastrophen wie derjenigen vom Februar 1999 in Galtür führen kann. Im Vergleich zu den Vormonaten steigt der mittlere Luftdruck über dem Atlantik im Februar deutlich an, mit dem steigenden Sonnenstand beginnt sich das Azorenhoch bereits nordwärts auszudehnen. An der Ostflanke des Hochs strömen dann häufig vom Nordmeer her feucht-kalte Luftmassen gegen die Alpen, was den gesteigerten Schneereichtum im Februar an der Alpennordseite erklärt. Kräftige Atlantiktiefs fehlen im Februar dennoch keineswegs. Der Februar 1990 war nicht nur der zweit wärmste der Messreihe, er brachte Europa auch eine ganze Serie von Orkantiefs. Den Alpenraum trafen dabei besonders die Tiefs 'Vivian' und 'Wiebke' zu Monatsende. Auch die absolut stärkste bisher in Wien gemessene Böe stammt aus dem Februar: 139 km/h wurden am 18.02.1946 gemessen.

Sturmschäden Bild: A. Meingaßner, UBIMET

Das Orkantief ‘Vivian’ fegte im Februar 1990 über den Alpenraum hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung