Der Frühling gab im März ein erstes Lebenszeichen

Der Frühling gab in der ersten Hälfte des März ein erstes Lebenszeichen. Bild: Roland Reiter

15.03.2017

Halbmonatsbilanz März

Die erste Hälfte des heurigen März ist bereits vergangen, Zeit also für eine Zwischenbilanz. Mit durchziehenden Fronten, kräftigen Föhnlagen und längeren Phasen unter Hochdruckeinfluss war der März bislang sehr abwechslungsreich, lediglich Wintereinbrüche bis in ganz tiefe Lagen blieben aus. Doch mehr dazu in den folgenden Zeilen!

Außergewöhnlich mild

Die erste Märzhälfte geizte nicht mit frühlingshaften Temperaturen, somit ist es wenig verwunderlich, dass nahezu österreichweit die Durchschnittstemperaturen über dem 30-jährigen Mittel des gesamten Monat März liegen. Aktuell beträgt die Abweichung zwischen 1 und 2 Grad, lediglich im östlichen Flach- und Hügelland war es mit bis zu 3 Grad Abweichung noch wärmer. Hier wurde auch die bislang höchste Temperatur des Monats registriert: Wien-Mariabrunn meldete am 4.3. stolze 22,2 Grad! Temperaturen über 20 Grad sind im März eine absolute Seltenheit, in Wien war es in den letzten 70 Jahren sogar noch nie so früh so warm!

Nordalpen sehr nass, im Bergland große Neuschneemengen

Insbesondere von Vorarlberg bis zur westlichen Obersteiermark und dem angrenzenden Bergland Oberösterreichs fiel überdurchschnittlich viel Regen bzw. Schnee vom Himmel, vor allem westlich von Innsbruck zum Teil bereits die im gesamten März übliche Niederschlagsmenge. Am nassesten war es in den typischen Nordstaulagen des Bregenzerwaldes und des Arlbergs, die Wetterstation in Schoppernau maß ganze 162 Liter pro Quadratmeter, Warth sogar 177 Liter pro Quadratmeter. Die Schneefallgrenze war zudem oftmals nur im Mittelgebirge oberhalb von 1.500 m zu finden, in Lagen ab 2.000 m kamen somit erhebliche Neuschneemengen zusammen. 170 cm Neuschnee waren es beispielsweise auf der Zugspitze, dies hatte aber auch zur Folge, dass die Lawinengefahr deutlich anstieg!

Zu trocken im Süden, Südosten und Osten

Aufgrund der vorherrschenden Nordwest- bis Nordlagen fiel südlich des Alpenhauptkamms im Vergleich zur Alpennordseite deutlich weniger Niederschlag. Vor allem in Unterkärnten sowie generell südlich von Mur und Mürz, aber auch im östlichen Flach- und Hügelland war es zu trocken, insbesondere in der südlichen Steiermark regnete es gar nur ein paar Liter pro Quadratmeter. Trockenster Ort in Österreich war Deutschlandsberg mit knapp 1 Liter Regen, dies entspricht genau 1 % des normalerweise üblichen Märzniederschlags.

Föhnsturm

Eher ruhig gestaltete sich das Wetter in Bezug auf Wind und Sturm, doch eine Ausnahme gab es. Am 3. und 4. März baute sich mit Annäherung einer Kaltfront von Westen her ein Druckgradient von bis zu 12 hPa (Hektopascal) zwischen der Alpensüd- und Alpennordseite auf, die Folge war ein heftiger Föhnsturm nördlich des Hauptkamms. Vor allem in den typischen Föhntälern wurden teils orkanartige Windböen registriert, wie zum Beispiel in Brand mit 115 km/h. Auf den Bergen tobte gar ein regelrechter Föhnorkan, am Patscherkofel oberhalb von Innsbruck kam es zu Böen von bis zu 170 km/h.