Später Frost.

Später Frost. Bild: www.shutterstock.com, Muskoka Stock Photos

11.05.2017

Die Eisheiligen beginnen

"Eis-" oder "Schweißheilige"? Aus den Beobachtungen des Mittelalters lassen sich viele Regeln ableiten, doch wie passend sind sie und stimmen sie überhaupt? Oder ist gar alles nur Zufall?

Mittelalterliche Prognose

Der älteste staatliche Wetterdienst wurde 1851 in Wien gegründet, davor musste man sich großteils auf Naturbeobachtungen verlassen. In Österreich sind diese als "Bauernregeln" bekannt. Neben dem "Weihnachtstauwetter" und den "Hundstagen" im Sommer sind die "Eisheiligen" vielen Menschen ein Begriff.  Diese Bauernregel besagt, dass in den Tagen zwischen dem 11. Mai und 15. Mai der letzte Kälteeinbruch vor dem Sommer stattfinden soll.

Schaut man sich die Temperaturen der österreichischen Großstädte der vergangenen Jahre an, erkennt man einen Einbruch der Temperaturen um den 20. bis 25. Mai. Es scheint also ein falsches Datum für die Eisheiligen gewählt worden zu sein. Betrachtet man nun aber den Umstand, dass bereits im Mittelalter von dieser Regel Gebrauch gemacht wurde, muss die Kalenderumstellung vom julianischen auf den gregorianischen miteinbezogen werden.

Wenn der Papst spricht

1582 ordnete Papst Gregor XIII an, einen neuen Kalender zu verwenden, wodurch 10 Tage verloren gingen. Zieht man diese nun vom zuvor festgestellten wiederkehrenden Kälteeinbruch ab, stimmt die Bauernregel nahezu perfekt. Natürlich handelt es sich um ein Mittel und diese Regel trifft nicht immer zu, aber im Durchschnitt eben schon.

D Namensgeber für die "Eisheiligen" stammt ebenfalls aus dem Mittelalter. Jeder Tag hat durch die katholische Kirche einen eigenen Patron erhalten, welcher zumeist ein Heiliger oder Märtyrer war. Daher stammt auch das "Heilige" im Namen. Für die besagte Zeit sind es folgende:

1. Mamertus, Bischof von Vienne – 11. Mai
2. Pankratius, frühchristlicher Märtyrer – 12. Mai
3. Servatius, Bischof von Tongeren – 13. Mai
4. Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer – 14. Mai
5. Sophia, frühchristliche Märtyrerin – 15. Mai

Je nach Region sind das 3 bis 5 Eisheilige. In Deutschland zählt man zum Beispiel oft die Sophia nicht mehr dazu, in Österreich trifft es dagegen Herrn Mamertus.

Wahrscheinlichkeit abnehmend

Heuer waren die Eisheiligen etwas zu früh dran, zuletzt sind sie aber oft ganz ausgeblieben. Man muss diesbezüglich natürlich auch die Klimaveränderung berücksichtigen. Manchmal war es in den vergangenen Jahrzehnten sogar umgekehrt, statt der Eisheiligen hat sich aus einer Süffisanz heraus der Begriff der „Schweißheiligen“ entwickelt. So wird es auch heuer sein. In den Tagen der Heiligen zeichnen sich aus heutiger Sicht bis zu 25 Grad ab und dazu ist die Gewitterwahrscheinlichkeit hoch. Einem Schwülegefühl mit verbundenem Schweiß steht also nichts im Wege.