Gletscher in Grönland

Gletscher in Grönland. Bild: PetrJanJuracka, Shutterstock

19.10.2016

NICOLE bringt Schneebombe

Der ehemalige Hurrikan namens NICOLE, welcher die Bermudainseln vergangene Woche heimgesucht hat, treibt nun weiter im Südosten Grönlands sein Unwesen. Bis zum Wochenende kommen hier lokal bis zu drei Meter Neuschnee hinzu.

Der Ex-Hurrikan Nicole hat seit seiner Entstehung vor rund zwei Wochen bereits beachtliche 6000 Kilometer zurückgelegt. Ab heute Dienstag befindet sich das kräftige Tief zwischen Grönland und Island und bewegt sich in den kommenden Tagen auch kaum vom Fleck. Die Folge sind extreme Niederschlagsmengen an der Südostküste von Grönland, knapp nördlich von dem Ort Tasiilaq: Mit einer südöstlichen Höhenströmung schaufelt das Tiefdruckgebiet nämlich feuchte und verhältnismäßig warme Luftmassen in Richtung Grönland. Der steil ansteigende Küstenbereich (bis zu 2500 Meter hoch!) sowie die dort lagernden Luftmassen polaren Ursprungs tun das Übrige: die Luft wird hier gezwungen aufzusteigen und die Folge sind kräftiger Regen und Schnee. Bis Freitag rechnen die Modelle mit 200 bis 300 Litern pro Quadratmeter, abseits der unmittelbaren Küste kommt mit bis zu drei Metern eine markante Schneemenge zusammen! Das ist für diesen Zeitraum durchaus ein ungewöhnliches Ereignis. Da Grönland zum fast bevölkerungsärmsten Land der Welt zählt, ist es nicht allzu verwunderlich, dass von dieser Schneebombe zumindest keine größere Stadt betroffen sein wird.