Aufwärtstrend

Von warm zu heiß Bild: shutterstock

28.12.2016

Milder Winter = heißer Sommer?

Der Winter 2015/16 verlief bislang deutlich zu mild im Vergleich zum langjährigen Mittel. Erwartet uns nun auch ein besonders heißer Sommer? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Jahreszeiten?

Milder Winter

Bereits seit letztem Herbst sorgt rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik wiederholt für Westwindwetterlagen über Zentraleuropa. Bei diesen ziehen Tiefdruckgebiete, häufig sogar Sturmtiefs, vom Nordatlantik in Richtung Skandinavien. Dadurch resultiert über Zentraleuropa eine westliche bis südwestliche Höhenströmung, welche maritime Luftmassen subtropischen Ursprungs nach Zentraleuropa steuert. Da in diesem Winter diese Lagen dominiert haben, waren die Temperaturen verbreitet überdurchschnittlich.

Folgt auf mild heiß?

Durch die Ausgangslage mit überdurchschnittlichen Luft- und Wassertemperaturen stellt sich nun die Frage, ob sich dieser Trend auch im Sommer fortsetzen wird. Statistisch gesehen zeigt sich, dass es tatsächlich eine leichte Häufung von leicht bis mäßig überdurchschnittlich warmen Sommern in Folge zu milder Winter gibt. Dies kann man allerdings auf den Klimawandel zurückführen, da es in den letzten Jahrzehnten kaum noch unterdurchschnittlich temperierte Sommer gegeben hat und stattdessen überdurchschnittlich temperierte Jahreszeiten schon fast zur Norm geworden sind.

Extremsommer: Ein Blick in die Vergangenheit

Obwohl die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Sommer tendenziell steigt, zeigt sich bei den extrem heißen Sommern der letzten Jahre ein interessantes Bild. Hierzulande fielen vor allem die Sommer 2003, 2006, 2010, 2013 und 2015 sehr heiß aus. Der Rekordsommer 2003 folgte auf einen kalten Winter, gleiches gilt auch für den Sommer 2006 und 2010. Der Winter 2012/13 verlief relativ durchschnittlich, der Winter 2014/15 schließlich deutlich zu warm. Bis auf den letzten Sommer folgten somit die meisten Hitzesommer keinem sehr milden Winter.

Ausblick

Die aktuellen Langfristmodelle prognostizieren für die drei Sommermonate (Juni, Juli, August) Temperaturen im Bereich des langjährigen Mittels bzw. eine Wahrscheinlichkeit von etwa 40 bis 60 Prozent, dass der Sommer zu mild ausfallen wird. Ein extrem heißer Sommer kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, ist aber aus heutiger Sicht nicht das wahrscheinlichste Szenario. Sollte sich der Trend von Westwindwetterlagen zudem fortsetzen, würde sich die Witterung im Sommer in Europa ganz anders als im Winter präsentierten: In dieser Jahreszeit ist die Wassertemperatur vom Nordatlantik deutlich kühler als die Lufttemperatur über dem Festland, somit erweist sich Westwindwetter in Sommermonaten in der Regel als unbeständig und kühl.