Eis in der Arktis

Meereis. Bild: Bernhard Staehli, Shutterstock

23.06.2016

Meereis in der Antarktis - wie ist die aktuelle Lage?

Momentan ist das Meereis der Antarktis auf dem Vormarsch, auf der Südhalbkugel herrscht derzeit bekanntlich Winter. Am 21.06. erreicht die Sonne dort ihren tiefsten Stand, die Polarnacht hält Einzug. Zieht man einen Vergleich mit den Eisbedeckungen vergangener Winter, zeichnet sich kein eindeutiger Trend ab.

Wie sieht es momentan aus ?

Seit Ende Februar ist die Fläche des antarktischen Meereises im Steigen begriffen, eine direkte Folge des einsetzenden Herbstes bzw. Winters. Momentan frieren Tag für Tag zwischen 60.000 und 80.000 km² Meer zu, immerhin eine Fläche annähernd so groß wie Österreich. Derzeit sind rund 11,2 Millionen km² Ozean von Eis bedeckt, dies entspricht ziemlich dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010. 

Interessanter ist hierbei der Vergleich mit den vergangenen Jahren. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Meereisausdehnung im Juni, jeweils am Monatsersten. Man sieht, dass alle Jahre seit 2010 eine größere Ausdehnung aufweisen als 2016.

Jahr Meereisfläche am 1. Juni
2016 11,2 Millionen km²
2015 12,9 Millionen km²
2014 12,9 Millionen km²
2013 12,3 Millionen km²
2012 11,8 Millionen km²
2011 11,9 Millionen km²
2010 12,6 Millionen km²

Um ein Jahr zu finden, in dem Anfang Juni noch weniger Meereis rund um die Antarktis vorhanden war, muss man bis ins Jahr 2002 zurückgehen. Weitere Jahre mit einer ähnlich geringen Ausdehnung waren 1980, 1983, 1986 und 1987. Das zeigt, dass es trotz eines Trends zur allgemeinen Zunahme der Meereisbedeckung in den vergangenen Jahrzehnten auch wieder Jahre mit unterdurchschnittlich wenig Eis geben kann. Das jährliche Maximum wird übrigens am Ende des südpolaren Winters im September erreicht. Im Jahr 2014 wurde damals die bislang größte Ausdehnung seit Messbeginn mit rund 20,12 Millionen km² ermittelt.

Ausdehnung trotz Erwärmung

Beim Trend weltweit steigender Temperaturen bildet die Antarktis keine Ausnahme, auch hier werden Luft und Wasser immer wärmer. Nichtsdestotrotz wird die Meereisfläche größer und nicht kleiner. Wie passt das zusammen? Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang mit dem Ozon hin, dieser lässt die Luft über dem Kontinent stärker abkühlen. Die Folge sind kräftige Winde, die zu einem Auseinandertreiben des Eises führen. Allerdings ist die langfristige Zunahme des antarktischen Meereises geringer als die Abnahme der arktischen Eismassen im Nordpolarmeer, sodass die Meereisbedeckung global gesehen zurückgeht.

Was die Masse und damit die Dicke des antarktischen Eises betrifft, ist die Sache komplizierter. Studien haben ergeben, dass in der Westantarktis die Dicke vielfach abnimmt, während in den östlichen Landesteilen kein eindeutiger Trend nachweisbar ist. Temporär wurden hier auch schon Zuwächse beobachtet.