Eisberge

Eisberge Bild: Nick Russill / flickr

07.04.2016

Meereis in der Antarktis - Ausdehnung trotz Erwärmung

In Zeiten des Klimawandels hört und liest man immer wieder von den schmelzenden Polkappen. Dies trifft zwar für das arktische Meereis auf der Nordhalbkugel zu, nicht aber für die Antarktis südlich des Äquators. Dort herrscht nämlich der gegensätzliche Trend vor - das Meereis dehnt sich weiter aus.

Wie ist die aktuelle Situation?

Nachdem in den letzten Jahren zum Teil Rekordwerte bei der Ausdehnung des antarktischen Meereises gemessen wurden, haben sich Ende des diesjährigen Sommerhalbjahres auf der Südhalbkugel die Werte wieder im Bereich des langjährigen Mittels (schwarze Kurve) der Jahre 1981-2010 eingependelt. Die rote Kurve im untenstehenden Bild zeigt hierbei die aktuellen Messungen der Meereisausdehnung aus dem Jahr 2016.

 

 

Auffällig ist jedenfalls die stärkere Ausdehnung westlich des antarktischen Festlandes, während im Bereich der Amundsen See ein Minimum zu erkennen ist. Die unmittelbare Ursache für das Minimum liegt wohl in dem deutlich zu warmen Jahresauftakt 2016 im Bereich der Amundsen-See.

 

 

Warum dehnt sich die Antarktis trotz Erwärmung aus?

Obwohl auch in der Antarktis der Trend steigender Temperaturen zu beobachten ist, nimmt die Meereisbedeckung dort im Gegensatz zur Arktis derzeit nicht ab. Forscher sind nach wie vor bemüht, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen. Bisherige Untersuchungen lassen jedenfalls auf einen Zusammenhang mit dem Ozonloch schließen, aufgrund dessen die Luft über dem Kontinent stärker abkühlt. Daraus resultieren kräftige Winde, die das Eis auseinander treiben und auf den Ozean hinausschieben.

Ein weiterer Grund für die Ausdehnung könnte auch Schmelzwasser am Unterrand der Eisschicht sein, das die Eismassen beschleunigt, wodurch ebenfalls eine raschere Ausbreitung möglich ist. Gleichzeitig nimmt aber wohl die Eisdicke etwas ab.