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Bild: © UBIMET

16.11.2017

„Medicane“ trifft Griechenland und Italien

Seit Tagen hat das Tief NUMA weite Teile des Mittelmeerraums fest im Griff, zuletzt sorgte es vor allem in Griechenland für zahlreiche Unwetter. Momentan entspricht es einem 'mediterranen tropischen Sturm', bei weiterer Intensivierung könnte NUMA aber auch zu einem 'Medicane' reifen.

Aktuell am Freitagvormittag liegt das Tief mit seinem Zentrum über dem Meer zwischen Italien und Griechenland, bewegt sich aber langsam auf die Südspitze Apuliens zu. In Satellitenbildern ist eine gut ausgeprägte und geschlossene Zirkulation zu erkennen. Entsprechend der Modellprognosen soll sich das Tief am Abend und über Nacht wieder intensivieren und dann südostwärts verlagern, um am Samstagabend auf die Westkünste Griechenlands zu treffen. Ob es dann jedoch mittlere Spitzenwindgeschwindigkeiten von 112 km/h aufweisen wird, um als Medicane klassifiziert werden zu können, ist derzeit jedoch noch ungewiss.

Was ist ein Medicane?

Das Wort Medicane ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Worten "Mediterranean Hurricane" zusammen und bedeutet übersetzt Hurrikan im Mittelmeer. Ein Medicane ist wesentlich kleiner als seine großen tropischen Geschwister, hat aber ähnliche Eigenschaften wie ein Hurrikan. Das heißt, es treten oftmals sintflutartige Regenfälle und Orkanböen von mehr als 120 km/h auf.

Medicanes treten vergleichsweise selten auf, zuletzt Anfang Dezember 2014.