Hinweisschild Lawinengefahr.

Hinweisschild Lawinengefahr. Bild: Marion Hörmandinger

14.01.2017

Lawinen - die weiße Gefahr

Lawinen sind in unseren alpinen Regionen ein allseits bekanntes Winterphänomen. Für Tourengeher und Skifahrer stellen sie eine besondere Gefahr dar, denn nur die kleinste Belastung der Schneedecke kann manchmal zu einem Abrutschen der Schneemassen führen. Wir beleuchten für euch die aktuelle Lawinensituation!

Am häufigsten treten Lockerschnee- und Schneebrettlawinen auf. Erstere haben ihren Ursprung in einem einzelnen Punkt, sie nehmen beim Abgang immer mehr Schnee auf und wachsen daher rasch an. Zweitere kennzeichnen sich durch einen linienförmigen Abriss quer zum Hang aus, dabei rutscht eine ganze Schicht auf einer anderer Schneeschicht oder auf dem Grund ab.

 

Hangneigung und Schneemenge

Grundsätzlich ist eine gewisse Masse an Schnee notwendig, die sich an einem Hang mit einer Neigung von etwa 25° oder mehr ansammelt. Je größer die Neigung, desto öfter ist mit Lawinenabgängen zu rechnen. Andererseits können sich gerade auf nur mäßig steilen Hängen besonders große Schneemengen ansammeln, weshalb hier besonders viele Unfälle passieren. Ist der Hang zudem nach Norden ausgerichtet und damit weniger der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann sich eine Schneedecke schlechter stabilisieren und eine mögliche Gefahrenstelle bleibt länger bestehen.

Lawine Bild: shutterstock

Schwachschichten

Fällt viel Neuschnee in kurzer Zeit, ist diese mit einer vorhandenen, bereits gesetzten Schneedecke vorübergehend schlecht verbunden. Erst nach ein paar Tagen - je nach Höhe und Exposition - kann sich der Neuschnee setzen und mit dem Altschnee verbinden. Auch ohne Neuschnee können die verschiedenen Schneeschichten allerdings große Unterschiede in der Beschaffenheit aufweisen, beispielsweise kann es zu einem Festigkeitsverlust in einer Schneeschicht durch die sogenannte aufbauende Schneeumwandlung kommen. Zudem kann es auch eingelagerte Schwachschichten geben wie eingeschneiter Oberflächenreif. Manchmal reicht somit bereits ein geringes Zusatzgewicht wie beispielsweise ein Skifahrer aus, um eine Schneeschicht ins Rutschen zu bringen.

Lawine Bild: N.Zimmermann

Faktor Wind

Der Wind spielt für Lawinen eine ganz entscheidende Rolle: Verfrachteter Schnee lagert sich auf windabgewandten Seiten von Hängen ab und es bilden sich Treibschnee und Schneewächten. Diese sind in der Regel für ein paar Tage nur schlecht verbunden zur unteren Schneeschicht und sind somit besonders leicht zu stören. Wenn Triebschnee von frischem Neuschnee überlagert wird und somit schlecht zu erkennen ist, dann ist die Lage besonders brenzlig.

 

Aktuelle Lage

Die enormen Neuschneemengen in Verbindung mit stürmischem Wind sowie sehr tiefen Temperaturen verheißen für Wintersportler nichts Gutes. Die Lawinengefahr wird derzeit in weiten Teilen der Nordalpen als erheblich (=Lawinenwarnstufe 3) eingestuft, Unerfahrenen wird dringenst empfohlen, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen! Denn bereits einzelne Sportler können leicht Lawinen auslösen. Von der Silvretta bis zum Osttiroler Alpenhauptkamm herrscht sogar Lawinenwarnstufe 4 - also sogar Selbstauslösungen von Lawinen sind zu erwarten!