Winter vs. Frühling

Kampf der Luftmassen im März und April. Bild: Vaclav Volrab /Shutterstock

14.03.2017

Kampf der Giganten

Große Unterschiede sind in den Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst normal, denn Winter und Sommer liefern sich zunehmend ein Gefecht um die Vorherrschaft in Mitteleuropa. Was ist aber ausschlaggebend dafür, wer sich schließlich in unseren Breiten behaupten kann?

Die Großwetterlage, die sich über Kontinente und Meere erstreckt, ist der maßgebliche Faktor, der die Marschrichtung für das Wetter im kleineren Maßstab - also in Ländern, Bundesländern, Städten oder kleinen Orten - vorgibt. Die Strömungen in der Atmosphäre und die Druckverteilung bestimmen, welche Luftmassen sich letztendlich durchsetzen.

Atlantik versus Kontinent

Spricht man von einer zonalen Strömung, so verlagern sich die Luftmassen im Wesentlichen entlang der Breitenkreise der Erde, also in West-Ost-Richtung oder im selteneren Fall umgekehrt. Bei einer solchen Westströmung hat der Atlantik maßgeblichen Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa. Da sich aufgrund der Eigenschaften der Wärmespeicherung die Temperatur von Wasser im Vergleich zu Luft weniger schnell ändert, bestimmt bei einer West- bis Nordwestströmung die Wassertemperatur des Atlantiks oft das Wetter in unseren Breiten. So kann im Frühling Westwetter sowohl Abkühlung als auch Erwärmung bringen, je nachdem ob zuvor noch kalte Polar- oder Kontinentalluft tonangebend war oder Luft aus dem oft schon wärmeren Mittelmeerraum zugegen war. Allerdings gibt es in Fällen von Westwetter häufig Regen und teilweise auch Sturm.

Bei einer Ostströmung kann es jedoch im Frühjahr teilweise noch zu Vorstößen kontinentaler Kaltluft kommen, die sich mit steigendem Sonnenstand jahreszeitenbedingt aber auch immer stärker erwärmt. Je länger also der Frühling andauert, umso weniger stark ausgeprägt sind solche Kaltluftvorstöße. Im Sommer können solche Lagen sogar zu einer Hitzewelle führen.

Nord versus Süd

Bei meridionalen Strömungen kommt die Luft entweder aus südlichen oder nördlichen Breiten zu uns. Sie fließt also grob gesagt entlang von Meridianen (Längenkreisen). Tritt bei uns der erste Fall ein, so ist oft ein Tief über Westeuropa dafür verantwortlich. Mit diesem wird es vor allem nördlich der Alpen in den Übergangsjahreszeiten oft föhnig. Zudem gelangt eher warme Luft aus der Mittelmeerregion oder dem Norden Afrikas zu uns, die oft schon für sehr milde Tage im Frühling sorgt. Südlich der Alpen sind solche Wetterlagen jedoch auch teilweise mit Regen verbunden.

Im Falle einer nördlichen Strömung lagert über Nordeuropa bzw. Skandinavien nicht selten ein Hochdruckgebiet. Dieses steuert bei passender Lage kalte Polarluft nach Mitteleuropa. Dann können selbst im April in Schauern kurzzeitig noch Schnee und Graupel bis ins Flachland vorbeischauen.