Schneepflüge.

Extreme Wintereinbrüche aufgrund des Klimawandels? Bild: shutterstock/Reinhard Tiburzy

07.11.2017

Kältere Winter - ein Klimawandel-Paradoxon?

Der Klimawandel und die damit verbundenen positiven Abweichungen zum Temperaturklimamittel lassen sich kaum von der Hand weisen. Doch könnte genau dieser für kältere Winter in Mitteleuropa sorgen. Doch stimmt diese Annahme wirklich?

Ursachenforschung

Die Klimaerwärmung nimmt weiter seinen Lauf. In Österreich gab es beispielsweise seit August 2014 nur wenige Monate, die kälter als im langjährigen Klimamittel ausfielen. Diese Erwärmung findet natürlich auch in der Arktis statt und führt dort während der Sommermonate zu einem verstärkten Abschmelzen des Meereises. Dadurch liegen größere Meerwasserflächen frei. Das wiederum könnte laut aktuellen Modellberechnungen und Beobachtungsdaten markante Auswirkungen auf die vorherrschenden Wind- und Drucksysteme haben.

Die Folgen

Aufgrund des fehlenden Meereises kann die eintreffende Sonnenstrahlung das Meerwasser stärker und schneller aufheizen, wodurch sich die Stabilität der Atmosphäre vor Ort ändert. Ein Resultat kann das häufigere Auftreten von Hochdruckgebieten über Skandinavien sein, die den Weg für klirrend kalte, arktische Luftmassen aus Nordosten in Richtung Mitteleuropa freimachen. Diese Konstellation nennt man in der Meteorologie Hoch über Tief Lage und wird unter anderem mit dem NAO-Index (Nordatlantische-Oszillations-Index) angegeben.

Fazit

Einige Forscher gehen in Zukunft aufgrund der veränderten Bedingungen am Boden sowie in der Atmosphäre davon aus, dass sich die extremen Wintereinbrüche verdreifachen werden. Dennoch, auch wenn Mitteleuropa für kurze Zeit fest in den Händen von Schnee, Eis und Frost ist, werden die Winter im Durchschnitt mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin zu mild ausfallen.