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Die vier Jahreszeiten 2016 in Zell am See Bild: http://www.foto-webcam.eu

30.12.2016

Jahresrückblick 2016

Das Jahr 2016 geht als viertwärmstes und äußerst abwechslungsreiches in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Von neuen Februarrekorden über einen heftigen Wintereinbruch im April bis hin zu zahlreichen Überschwemmungen im Sommer und fehlendem Schnee im Winter - da war einiges dabei.

Von der kalten Jahreszeit war im eigentlichen Wintermonat Februar nicht allzu viel zu spüren. So legte der Monat gleich einmal einen Warmstart hin, Deutschlandsberg meldete schon am Monatsersten frühlingshafte 19 Grad. Der Höhepunkt der Wärme wurde schließlich am 22. Februar erreicht: Sonnenschein, subtropische Luftmassen und föhnige Effekte ließen die Temperaturen im südlichen Wiener Becken in nahezu frühsommerliche Sphären vorstoßen. Mit 23,2 Grad wurde in Pottschach-Ternitz sogar der alte Österreich-Rekord für Februar aus dem Jahre 1990 eingestellt. In Summe fiel der Monat um vier Grad zu warm aus, dies bedeutet den zweiten Platz in der 250-jährigen Messgeschichte.

 

April im Winter

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Womit der Februar geizte, hatte der April dafür umso überraschender im Angebot: Schnee und Frost. Ein polarer Kaltluftvorstoß sorgte in der letzten Woche des Monats noch einmal für bitterkalte Nächte. Bis auf -12,5 Grad sanken die Temperaturen beispielsweise in St. Michael im Lungau. Doch selbst in tieferen Lagen wurde es frostig, etwa in Melk mit -2,5 Grad. Bedingt durch die milden Wochen zuvor war die Entwicklung der Pflanzen schon weit fortgeschritten. Somit ging der Frost am Monatsende mit teils erheblichen Schäden im Obst- und Weinbau einher. In Klagenfurt kamen im Zuge dieses Wintereinbruchs 15 cm Nassschnee zusammen, mehr als im gesamten Winter zuvor. Mit so viel Neuschnee muss man Ende April in Kärnten höchstens alle 30 bis 50 Jahre rechnen.

Viele Gewitter in Sommer

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Der gesamte heurige Sommer war geprägt von wiederholter Schauer- und Gewittertätigkeit. Gleich zu Beginn der warmen Jahreszeit kam es im Innviertel und im Salzburger Flachgau zu enormen Regenmengen. In Ranshofen fielen innerhalb von nur 24 Stunden 124 Liter Regen pro Quadratmeter, in Feldkirchen bei Mattighofen waren es sogar 128 Liter. Die Folge waren massive Überflutungen im bayrisch-österreichischen Grenzgebiet. In dieser Tonart ging der Sommer weiter. Anstelle von stabilem Hochdruckwetter gerieten immer wieder unwetterartige Gewitter in die Schlagzeilen. Neben Hagel und Starkregen brachten diese auch schwere Sturmböen. So tobte zum Beispiel am 31. Juli ein heftiges Gewitter in Hohenau an der March mit einer Spitzenböe von 119 km/h. Doch auch in Innsbruck (108 km/h) und in Lofer (104 km/h) kam der Gewitterregen wohl eher waagrecht als senkrecht vom Himmel.

Wiener Septemberwärme

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Der Sommer ging heuer in die Verlängerung, der September erschien den meisten Menschen wie ein August. Zahlreiche Sommertage und viel Sonnenschein prägten den drittwärmsten September der Messgeschichte. Wie außergewöhnlich der September heuer war, zeigt sich besonders an den Temperaturen der Hohen Warte in Wien. Noch nie in der 241-jährigen Messgeschichte der Stadt war ein September so warm wie der diesjährige. Der bisherige Rekordhalter aus dem Jahr 1947 mit 18,5 Grad wurde um ein paar Zehntel übertroffen. Auch Linz registrierte den wärmsten September seit Messbeginn 1816.

Wenig Winterstimmung

Im November begann die diesjährige Wintersaison vielversprechend, entlang und nördlich der Alpen gab es zur Monatsmitte die ersten kräftigen Schneefälle. In Schröcken am Arlberg summierten sich sogar bereits knapp 70 Zentimeter Schnee. Das darauffolgende Tauwetter machte der weißen Pracht allerdings rasch wieder den Garaus. Von Vorarlberg bis nach Osttirol und Kärnten fiel im Dezember kein oder nur sehr wenig Schnee. In weiten Teilen Kärntens blieb sogar der ganze Monat komplett trocken. Einzig die Gebiete vom Salzkammergut bis zum Wechsel bekamen zum Monatsende noch einmal 20 bis 70 Zentimeter Neuschnee.

 

Extremwerte für das Jahr 2016 (Stand 30.12.2016)

Höchste Temperaturen (Bundesland, Seehöhe, Tag)

36,0 Grad Krems (NÖ, 204 m, 11.7.)

35,9 Grad Langenlebarn (NÖ, 175 m, 11.7.)

35,7 Grad Stockerau (NÖ, 202 m, 11.7.) + Hohenau (NÖ, 155 m, 11.7.)

 

Tiefste Temperaturen dauerhaft bewohnter Orte (Bundesland, Seehöhe, Tag)

-23,3 Grad Seefeld (T, 1182 m, 18.1.)

-23,2 Grad Tannheim (T, 1101 m, 18.1.)

-22,9 Grad Klausen-Leopoldsdorf (NÖ, 400 m, 22.1.)

 

Nasseste Orte (Bundesland, Seehöhe)

2.532 l/m² Rudolfshütte (S, 2304 m)

2.325 l/m² Loibl (K, 1101 m)

2.269 l/m² Schröcken (V, 1260 m)

 

Sonnigste dauerhaft bewohnte Orte (Sonnenstunden)

2.264 h Andau (B, 122 m)

2.241 h Mörbisch (B, 116 m)

2.221 h Leibnitz-Wagna (ST, 267 m)

 

Höchste Windspitzen in den Tallagen/Niederungen (Bundesland, Seehöhe, Tag)

119 km/h Enns (OÖ, 317 m, 9.2.) + Brand (V, 1046 m, 21.11.) + Hohenau (NÖ, 155 m, 31.7.)

112 km/h Rohrspitz (V, 398 m, 6.2.) + Wien-Hohe Warte (W, 198 m, 2.12.) + Innsbruck Kranebitten (T, 584 m, 25.6.)

108 km/h Lofer (S, 625 m, 12.7.)