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Satellitenbild von 06:30 UTC, 06.09.2017 Bild: NOAA, RAMMB

06.09.2017

IRMA erreichte erste Inseln

Der Hurrikan IRMA ist nach Hurrikan ALLEN im Jahre 1980 nun der zweitstärkste Hurrikan aller Zeiten im Bereich Atlantik/Karibik. Er verlagert sich derzeit weiter als Hurrikan der Kategorie 5 nach Westen und überquert nun die ersten Inseln. Die berechnete Zugbahn für das Wochenende hat sich inzwischen geringfügig geändert.

Dieser Artikel beschreibt die Situation am 06.09.2017. Laufend aktualisierte Infos zu Irma gibt es hier.

Barbuda - so heißt eine kleine Insel etwa 300 km östlich von Puerto Rico, gerade einmal 1500 Menschen leben hier. Barbuda hat in den letzten Stunden als erste Insel der Karibik die zerstörerischen Kräfte von Hurrikan IRMA erleben müssen, das Auge ist genau darüber hinweg gezogen. Die dortige Wetterstation hat noch eine maximale Böe von 249 km/h messen können, bevor der Windmesser vermutlich davon geflogen ist. Über eine Minute gemittelt betrug die Windgeschwindigkeit 174 km/h, der Kerndruck lag bei etwa 915 hPa. Bleibt zu hoffen, dass sich der Großteil der Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte. Gleiches gilt für die Inseln Saint-Martin, Anguilla und Saint-Barthélemy, die aktuell, Mittwoch Vormittag MESZ, überquert werden.

Messungen mit Flugzeugen des Nationalen Hurrikan-Zentrums der USA haben derweil Mittelwinde bis zu 300 km/h und Böen bis zu 350 km/h direkt im Nahbereich des Auges ergeben. Mindestens zwei Tage lang soll IRMA diese Stärke noch behalten und seinen Weg als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 nach Westen fortsetzen - direkt über die Britischen Jungferninseln hinweg, dann knapp nördlich vorbei an Puerto Rico, der Dominikanischen Republik und Haiti. Nachfolgend ist die Zugbahn weiterhin mit gewissen Unsicherheiten behaftet. Gegenüber der gestrigen Prognosen sehen die Wettermodelle heute, Mittwoch, zunächst eine geringfügig nördlichere Zugbahn auf der Höhe von Kuba, gefolgt von einem etwas früheren Einlenken auf Nord. Dies hätte zur Folge, dass IRMA am Wochenende nicht mehr über Key West auf Florida treffen würde, sondern eher die Ostküste betroffen wäre. Inklusive der Millionenstadt Miami! Die Unterschiede sind im nachfolgenden Bild skizziert:

Mögliche Zugbahn IRMAs Bild: GOES 12, NOAA / UBIMET

Der neue GOES 12-Satellit liefert jede Minute ein gestochen scharfes Bild, die Bewegungen des Auges sind so gut wie selten zuvor zu verfolgen:

Oftmals ist es schwer die Größe eines tropischen Sturms einzuschätzen. Das nachfolgende Bild zeigt einen Größenvergleich mit Frankreich:

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