Hurrikan Ophelia

Infrarotaufnahme von Hurrikan Ophelia von Freitagfrüh Bild: ECMWF/UBIMET

13.10.2017

Hurrikan OPHELIA nimmt Kurs auf Irland

Der Wirbelsturm OPHELIA liegt aktuell zwar noch am Atlantik, etwa 1.000 km südwestlich der Azoren. Am kommenden Montag wird er voraussichtlich auf Irland treffen. Im Mitteleuropa sorgt er hingegen in Kombination mit dem Hoch TANJA für außergewöhnliche Wärme.

Der Hurrikan OPHELIA befindet sich derzeit über dem Ostatlantik, das Auge des Sturms liegt etwa 1000 km südwestlich der Azoren. Der Wirbelsturm weist derzeit Mittelwinde von bis zu 160 km/h auf, was der Kategorie 2 auf der fünfteiligen Skala entspricht. Vorerst liegt er noch nahezu ortsfest, am Wochenende gerät er allerdings in den Einflussbereich des Westwindbandes über dem Nordatlantik und schlägt eine nordöstliche Zugbahn ein. Am Sonntag beeinflusst sein Sturmfeld aus heutiger Sicht den äußersten Nordwesten Spaniens, am Montag wird er dann voraussichtlich auf Irland treffen.

Ophelia Bild: EUMETSAT / UBIMET

Kurs auf Irland

Der Wirbelsturm zieht am Samstag zwischen den Azoren und Madeira durch. Während die Auswirkungen auf Madeira kaum spürbar sind, muss man auf den Azoren mit kräftigem, gewittrig durchsetztem Regen und stürmischem Nordwind rechnen. Im weiteren Verlauf beginnt das tropische Tief am Sonntag über den immer kühleren Gewässern westlich von Europa mit der Umwandlung zu einem außertropischen Tiefdruckgebiet. Die Iberische Halbinsel wird aus heutiger Sicht nur marginal beeinflusst, lediglich in Galizien muss man Sonntagnacht mit teils stürmischem Südwestwind rechnen. Am Montag wird Irland hingegen voraussichtlich mit voller Wucht getroffen, hier zeichnen sich Orkanböen ab und an der Südküste auch eine Sturmflut möglich.

Prognonse Bild: NHC / NOAA

Außergewöhnliche Wärme in Mitteleuropa

Da der Wirbelsturm entlang der Westküste Europas nordwärts zieht, stellt sich über Europa eine südwestliche Höhenströmung ein. Mit dieser gelangen außergewöhnlich milde Luftmassen nach Mitteleuropa und in Zusammenspiel mit dem vorherrschenden Hoch TANJA stellt sich stabiles Herbstwetter ein. Vor allem im Berg- und Hügelland gibt es sogar spätsommerliche Temperaturen. In den Niederungen muss man hingegen aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit gebietsweise mit zähem Nebel oder Hochnebel rechnen. Anbei der Temperaturtrend in etwa 1600 m Höhe für Wien (für die Temperaturen in den Niederungen kann man bei sonnigem Wetter etwa 10 Grad dazu addieren). Die rote Linie entspricht dem langjährigen Mittel.

Temperatur Bild: NCEP / UBIMET

Tropische Stürme in Europa

Tropische Stürme in Europa sind zwar selten, es gibt aber ein paar dokumentierte Fälle. Am 6. Oktober 2009 zog der tropische Sturm GRACE beispielsweise knapp an Irland vorbei, am 11. Oktober 2005 traf der Ex-Hurrikan VINCE hingegen unter Abschwächung auf den Süden Portugals bzw. Westen Andalusiens. Auch im Mittelmeerraum können sich außertropische Tiefdruckgebiete in seltenen Fällen zu tropischen Stürmen umwandeln. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1 nur im Ausnahmefall erreichen, werden sie meist "Medicane" genannt (Mediterranean hurricane).