Satellitenbild von Hurrikan Matthew (Dienstag, 20 Uhr MESZ).

Satellitenbild von Hurrikan Matthew (Dienstag, 20 Uhr MESZ). Bild: UBIMET, NOAA

05.10.2016

Hurrikan Matthew erreicht Bahamas

Nachdem Hurrikan Matthew in Haiti und im äußersten Osten Kubas für enorme Verwüstungen gesorgt hat, zieht er nun weiter nach Norden. So werden heute und morgen die Bahamas vom Hurrikan überquert. Zwar schwächt sich Matthew zum Wochenende hin ab, seine noch unsichere Zugbahn könnte den USA aber unruhige Tage bescheren.

Momentan zieht der Wirbelsturm Matthew mit rund 15 Kilometern pro Stunde im Seegebiet zwischen der Ostspitze Kubas und den Bahamas nordwärts. Die Inselgruppe wird den neuesten Prognosen zufolge im heutigen Tagesverlauf getroffen. Immerhin haben die bergigen Inseln Kuba und Hispaniola zu einer leichten Abschwächung geführt. Zur Erinnerung: Bei Landgang auf Haiti war Matthew noch ein Kategorie-4-Sturm. Das sehr warme Ozeanwasser in der nördlichen Karibik sowie nur schwach ausgeprägte Höhenwinde auf seiner Zugbahn sorgen aber dafür, dass Matthew auch nach dem Überqueren der Bahamas ein gefährlicher Wirbelsturm der Kategorie drei bleiben wird.

Ziel unklar

Zwei atmosphärische Systeme, tausende Kilometer voneinander entfernt, bestimmen im weiteren Wochenverlauf die Zugbahn Matthews. Zum einen befindet sich über dem Atlantik ein kräftiges Hochdruckgebiet, zum anderen zieht eine Kaltfront über den Mittleren Westen der USA nach Südosten. Dementsprechend unsicher sind die Prognosen derzeit für die Ostküste der USA. Wir beleuchten für euch die drei verschiedenen Szenarien.

Die möglichen Zugbahnen von Matthew. Bild: UBIMET

Szenario 1 (blauer Pfeil):

Das Hoch über dem Atlantik bleibt so kräftig, wie es die vergangenen Tage auch schon war. Somit würde Matthew auf eine westliche Zugbahn gezwungen und würde auf die Luft der angesprochenen Kaltfront treffen. Dann wäre die US-Ostküste von Florida und Georgia bis nach North Carolina von Sturm und heftigem Regen betroffen, für die Bewohner dort wäre das aber noch nicht der worst case.

Szenario 2 (roter Pfeil):

Das atlantische Hochdruckgebiet schwächt sich ab, zugleich kommt die Kaltfront über dem Mittleren Westen nicht mehr so recht voran. Dann würde Matthew ziemlich genau entlang der US-Ostküste nordwärts ziehen, die Auswirkungen wären vor allem in den Küstengebieten verheerend.

Szenario 3 (grüner Pfeil):

Die Kaltfront beschleunigt sich und zwingt den Wirbelsturm auf eine sehr östliche Zugbahn. Die Auswirkungen für die US-Ostküste wären in diesem Szenario am geringsten, zu schnell würde Matthew auf den offenen Atlantik ziehen. Speziell nördlich von Virginia käme es aber nichtsdestotrotz zu kräftigem Regen und windigen Verhältnissen.

Fazit:

Viele Wettermodelle lassen derzeit das Hoch über dem Atlantik zum Wochenende hin schwächeln und sich ostwärts verlagern. Das wird aber schon seit Tagen so berechnet, das Hoch behält dennoch beharrlich seine Stärke und Position. Aus diesem Grund kann derzeit keines der drei Szenarien wirklich ausgeschlossen werden, eine sehr knifflige Wetterlage für die amerikanischen Meteorologen! Unabhängig von der genauen Zugbahn steht aber fest, dass zumindest Teile der Ostküste am Wochenende in den Einflussbereich Matthews kommen werden.

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