Hurrikan MATTHEW, 02.10.2016

Hurrikan MATTHEW. Bild: MORECAST, UBIMET

03.10.2016

Hurrikan Matthew bedroht Haiti

Hurrikan Matthew hat sich zwar mittlerweile schon auf einen Kategorie-4-Hurrikan abgeschwächt, diese Stärke hält er aber in seiner vorwiegend nördlichen Zugbahn über dem westlichen Atlantik bei. Im Weg sind ihm dabei folgende beliebte Reiseziele: Jamaika, Haiti, die Ostküste Kubas und manche Teile der Bahamas. Ob sich der amerikanische Bundesstaat Florida auch mit dem tropischen Wirbelsturm herumschlagen wird müssen, ist noch nicht gewiss.

Fakten

Matthew gilt dabei als einer von wenigen Hurrikanen, der sich innerhalb sehr kurzer Zeit aus einer tropischen Depression zu einem Hurrikan mit der höchsten Kategorie (= 5) entwickelt hat, Matthew ist sozusagen der Weltmeister Usain Bolt im Sprint. Ein weiteres bemerkenswertes Detail von Matthew war die extrem südliche Zugbahn eines Hurrikanes der Kategorie 5 im westlichen Atlantik. Ein solcher war nämlich Südamerika bislang noch nicht so nahe wie eben Matthew. Und zu guter Letzt ist er zum stärksten Hurrikan im Westen des Atlantiks seit 9 Jahren erklärt worden.

Auf dem Weg Richtung Norden

Am heutigen Montag fegt der tropische Wirbelsturm mit einem Mittelwind von 160 km/h und Böen von knapp über 210 km/h über die Ostküste Jamaikas und den Westen von Haiti hinweg. Dabei muss sich auch die Hauptstadt Haitis (Port-au-Prince) auf Orkanböen und Starkregen einstellen. In der Nacht auf Dienstag bzw. Dienstagfrüh trifft der Hurrikan bei gleichbleibender Stärke auf den östlichen Bereich von Kuba. Dienstag tagsüber rechnet das National Hurricane Center (NHC) damit, dass sich der Wirbelsturm im Bereich größerer Windscherung ein wenig abschwächt und schlussendlich als Kategorie 3 Sturm zur Wochenmitte die Bahamas trifft.

Gefahren

Die Behörden vor Ort haben am Wochenende die üblichen Vorkehrungen bei Hurrikanwarnungen getroffen. Neben den Orkanböen hat Matthew auch enorme Regenmengen mit im Gepäck, womit auch Überflutungen wahrscheinlich sind. Zudem sind an den Südküsten meterhohe Wellen zu erwarten.
Letzten Meldungen nach haben die kubanischen Behörden bereits Teile der Küstenregionen der Insel geräumt. Dabei müssen sich etwa eine Million Menschen in Sicherheit bringen.

Weitere Zugbahn

Nachdem Matthew die oben genannten Inselstaaten im westlichen Atlantik hinter sich gelassen hat, wird er aus momentaner Sicht mit der Stärke eines Hurrikans den amerikanischen Bundesstaat Florida nur knapp verfehlen. Allerdings ist die Prognoseunsicherheit noch sehr groß. Der Hurrikan kommt erst am Donnerstag Florida gefährlich nahe: Die Streubreite der Zugbahn für den vierten Tag (in der Zukunft) ist vom NHC mit beinahe 300 Kilometern angegeben. Das bedeutet soviel, dass Matthew mit seinem Auge genauso gut entlang der Ostküste von Florida entlangziehen könnte. Auch wenn die meisten Modellläufe derzeit den Hurrikan eindeutig östlich von Florida sehen, kann somit noch keine Entwarnung für den südöstlichsten Bundesstaat Amerikas gegeben werden.