Ruhige See

Ruhige Zeiten im Herbst. Bild: N. Zimmermann

26.11.2016

Herbst: Die ruhigste Zeit im Wetterjahr

Stabile Hochdruckgebiete treten im Herbst besonders häufig auf, weshalb diese Jahreszeit meist die ruhigste des gesamten Wetterjahres ist. Dies ist vor allem zwei Faktoren zu verdanken, die sich in diesen Monaten günstig überschneiden.

Nachlassende Energiezufuhr

Im Herbst nehmen die Tageslänge und der Sonnenhöchststand stetig ab, was sich im Mittel auch durch einen Rückgang der Lufttemperaturen bemerkbar macht. Zwar kann es tagsüber noch angenehm warm werden, die Nächte werden aber immer kühler und im Bergland tritt Bodenfrost häufiger auf. Anders als im Frühling und im Sommer, wo die Sonne deutlich höher steht, hat die Atmosphäre somit immer weniger Energie zur Verfügung. Nachmittägliche Schauer und Gewitter werden daher seltener und sind höchstens noch in Zusammenhang mit Fronten oder Höhentiefs zu erwarten.

Nördlicher Polarjet

Tiefdruckgebiete entstehen meist im Bereich des Polarjets, ein Starkwindband in großer Höhe, das polare Kaltluftmassen von den wärmeren Luftmassen in mittleren Breiten trennt. Dieser Polarjet verläuft im Herbst im Mittel noch über Nordeuropa und ermöglicht so den subtropischen Hochdruckgebieten wie dem Azorenhoch, sich auf Zentraleuropa auszuweiten oder eine Brücke zu Hochdruckgebieten über Osteuropa zu schlagen. Dies kann zu anhaltend stabilen und ruhigen Wetterbedingungen in Mitteleuropa führen, die sich auch im altbekannten Altweibersommer und im sogenannten goldenen Oktober widerspiegeln. Freilich, eine Garantie für das Eintreten all dieser Wetterphasen gibt es nicht.

Bisheriger Herbst im Rückblick

Der heurige Herbst hatte es durchaus in sich: Der Start in den meteorologischen Herbst bescherte uns mit außergewöhnlich überdurchschnittlichen Temperaturen einen quasi verlängerten Sommer. Der Oktober fiel unter reger Tiefdrucktätigkeit dann im ganzen Land ein wenig zu kalt und in der Osthälfte zu nass aus. Die erste Novemberhälfte brachte ein ähnliches Bild wie sein Vorgänger, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren bildete sich zudem recht früh in der Saison sogar im Flachland eine dünne Schneedecke aus. Diese war jedoch rasch wieder Geschichte, eine über mehrere Tage anhaltende Südföhnlage brachte sogar in höheren Lagen den Schnee zu schmelzen. Im Westen ist es beispielsweise bis auf 1600 m schneefrei. Etwas Nachschub kommt jedoch in der Nacht auf Montag sowie am Montag selbst.