Graupelkörner

Graupelkörner sind meist ein paar Millimeter dick und milchig-weiß. Bild: Matt Goff

15.04.2017

Graupel oder Hagel?

Vor allem im Winterhalbjahr fällt neben Regen oder Schnee je nach Wetterlage auch noch etwas anderes vom Himmel: Graupel - kleine, weiße Körner, die gerne auch mit Hagel verwechselt werden. Doch wie entsteht Graupel eigentlich?

Besonders in den Wintermonaten, in einigen Fällen selbst bis ins Frühjahr hinein, gibt es bei Schauerwetter manchmal Graupel. Diese im Durchschnitt etwa 2 bis 5 Millimeter dicken Körner sind von der Konsistenz her kompakter und "körniger" als Schneeflocken, aber meist etwas weicher als klassischer Hagel. Dennoch wird Graupel gerne mit Hagel verwechselt. Neben der Beschaffenheit des Graupels kann man aber auch einfach über die Größe der Körner herausfinden, um was es sich genau handelt. Von Hagel spricht man nämlich erst ab mindestens 5 Millimeter Korn-Durchmesser.

Höhenkaltluft und leichte Plusgrade

Graupelschauer entstehen vor allem dann, wenn die Luft in einigen Kilometern Höhe sehr kalt ist. Im Winterhalbjahr sind Temperaturen von unter -30 Grad in rund 5 Kilometern Höhe keine Seltenheit. Wenn es dann am Boden gleichzeitig leichte Plusgrade gibt, dann ist der Temperaturunterschied von etwa 35 oder 40 Grad groß genug, dass sich kräftige Schauer oder Gewitter bilden können. In diesen Schauerwolken vermischen kräftige Auf- und Abwinde Schneeflocken mit unterkühlten Wassertröpfchen, die beim Zusammenwachsen schließlich zu Graupel werden und Richtung Erdoberfläche fallen.

Bevorzugtes Auftreten

Besonders häufig gibt es dieses winterliche Schauerwetter auf der Rückseite von Tiefdruckgebieten, ab dem Ostermontag ist dies in weiten Teilen Mitteleuropas der Fall. Dann liegt nämlich ein Tief über Osteuropa und schaufelt sukzessive kältere Luft mit polarem Ursprung in den Alpenraum. Dementsprechend muss man am Montag und Dienstag in der Südhälfte Deutschlands sowie generell in Österreich und der Schweiz Graupelgewitter einplanen.