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Frontenkarte mit Namen der Druckgebilde Bild: http://www.met.fu-berlin.de

03.01.2017

Geschlechterwandel bei Hochs und Tiefs

Das Jahr 2016 ging mit der Taufe des Tiefs CORINNA zu Ende, dessen Kaltfront gestern mit Schnee die Alpen erreicht. Die nächste Ladung Neuschnee folgt dann am Mittwoch, Auslöser hierfür wird das neue Tief AXEL sein. Aus weiblich wird also männlich - die Tiefs werden in diesem Jahr wieder Männernamen tragen. Für die sonnigen Momente sind hingegen bald wieder die Frauen 'verantwortlich'.

Zuständig für die Taufe von Hoch- und Tiefdruckgebieten in Mitteleuropa ist die Freie Universität Berlin, sie vergibt die Namen im Rahmen der Aktion 'Wetterpate'. Ein Jeder kann Patenschaften übernehmen und den Namen eines Hochs oder Tiefs bestimmen, die Einnahmen kommen der studentischen Wetterbeobachtung am Institut für Meteorologie zugute und erfüllen damit einen guten und wichtigen Zweck.

Begonnen hat alles 1954, damals natürlich noch ohne Patenschaften, die Namensgebung machte die Kommunikation unter Meteorologen einfacher. Erst 1990 wurde die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam, als die Orkantiefs VIVIAN und WIEBKE in den Medien sehr präsent waren. Fortan wurde die Verwendung der Namen in den Medien zum Standard. Jedoch: Tiefs waren immer weiblich und Hochs immer männlich. 

Bis 1998, als eine Diskussion über eine mögliche Diskriminierung der Frauen aufkam. Denn Tiefs brachten nunmal eher 'schlechtes Wetter' und gerade Stürme sorgten auch für Schäden, warum sollten immer die Frauen dafür verantwortlich sein? Seit dieser Diskussion hat man sich auf eine neue Vorgehensweise geeinigt: Die Geschlechter wurden fortan im jährlichen Turnus gewechselt. Mal waren nun die Tiefs weiblich, im nächsten Jahr wieder die Hochs. Und so kommt es, dass auch 2017 wieder alles umgekehrt läuft.

Im Jahre 2002 wurde schließlich die Aktion Wetterpate ins Leben gerufen. Bis heute konnten bereits über 2000 Menschen aus 15 europäischen Ländern sowie Brasilien, Japan, den USA und Südafrika als Wetterpaten begrüßt werden.