Nassschnee auf bereits blühenden Ästen

Nassschnee auf bereits blühenden Ästen Bild: Daniel Eßletzbichler

20.04.2017

Gartentipp: Wintereinbruch im Frühling

Dieses Jahr überrascht uns der April mit einem ungewöhnlich starken Wintereinbruch. Versierte Gärtner waren bereits gewappnet und haben ihre Pflanzen rechtzeitig geschützt oder ins Warme gebracht. Da bis Mai noch Frost und Schneefall möglich ist, sollte bei Pflanzen im Freien einiges beachtet werden.

Diese Woche gibt der Winter noch einmal richtig Gas. In fast jeder Nacht wird in Österreich die 0-Grad-Marke unterschritten, und in weiten Teilen Österreichs fällt mehr Schnee als in den meisten Wintermonaten. Auch droht vor allem in der Nacht auf Freitag Frost, welcher bei der Vegetation Schäden verursachen kann.

Risiko für Pflanzen

Bis hinein in den Mai muss man in unseren Breiten mit Frösten und gelegentlich Schneefall rechnen. Entsprechend ist jeder Hobbygärtner gut beraten den Wetterbericht im Auge zu behalten. Empfindliche Pflanzen sollten beispielsweise vorübergehend mit Vlies oder anhäufeln geschützt oder wieder ins Warme geholt werden.

Nicht so einfach ist das in der Landwirtschaft. Die Triebe der Weinreben beispielsweise sind so früh im Jahr empfindlich und können bei Frost absterben, hier kann man dann nur auf mögliche Nachtriebe hoffen. Bei Obstbäumen wie den Apfel- oder Marillenbäumen sind vor allem geöffnete Blüten anfällig. Auch hier macht sich bis zu einem gewissen Grad die Klimaerwärmung und der tendenziell immer frühere Blühbeginn bemerkbar. Dieses Jahr hat die Blüte der Marillen in der Wachau etwa 10 bis 14 Tage früher als üblich begonnen, bedingt durch die bisherigen milden Temperaturen.

Um die Bäume vor Frost zu schützen, können die Blüten durch gezieltes Besprühen mit Wasser geschützt werden. Friert das Wasser, gibt es Wärme an die Blüten ab und hält diese konstant bei 0°C, womit massive Frostschäden verhindert werden. Man spricht von der sogenannten Frostschutzberegnung.

Vorsicht vor Schneebruch

Der untypisch starke Schneefall birgt gerade bei Laubbäumen zu dieser Jahreszeit die Gefahr von Schneebruch. Viele Pflanzen haben bereits Blätter gebildet, worauf der schwere Nassschnee liegen bleibt unter dessen Last die Äste dann brechen. Gerade kleinere Pflanzen und junge Bäume können schweren Schaden nehmen. Gärtner können ihre Bäume beobachten und, wenn sie sich unter der Last biegen, die Äste vom Schnee befreien. Dabei ist allerdings Vorsicht vor herunterfallenden Ästen und Schnee geboten.