Kohl im Frost

Da waren wohl auch Schädlinge am Werk. Bild: Shutterstock/Iuliia Karnaushenko

22.01.2017

Frost setzt Schädlingen zu

Das derzeit vorherrschende kalte Wetter hat auch seine guten Seiten. Der Frost dezimiert viele Schädlinge, besonders eingeschleppten Arten setzt die Kälte zu. Für heimische Insekten sind allerdings auch Temperaturen um -20 Grad kein Problem.

Die klirrende Kälte hat Europa fest im Griff. Aber sterben in dieser Frostperiode die meisten Pflanzen-Schädlinge? Die Antwort ist: jein.

Heimvorteil für einheimische Schädlinge

Einheimische Insekten sind gut an den Frost angepasst und verharren im Winter in einer Entwicklungsruhe. Fertig entwickelte Käfer suchen sich im Winter oft ein geschütztes Plätzchen wie zum Beispiel Holzspalten, Baumlöcher oder Mauerritzen, wo sie sich zur Ruhe begeben. Sie fallen in eine Starre, bis die warme Frühlingssonne sie herauslockt. Außerdem ist Insektenblut durch eine Art Frostschutzmittel vor dem Gefrieren geschützt.

Mildes Wetter fördert Pilzbefall

Viele Insekten verbringen den Winter im Eier-, Puppen- oder Larvenstadium, gut versteckt im Boden oder unter der Rinde von Bäumen. Viel schlimmer als wochenlange Kälte ist für die nachfolgende Insektengeneration mildes und feuchtes Wetter. Bei Plusgraden und Regen drohen Pilzkrankheiten, die oftmals tödlich ausfallen.

Schneckeneier mögen keinen Frost

Während aufgrund einer strengen Frostperiode also keine Aussagen über die kommenden Gelsensaison getroffen werden können, darf als aufmunterndes Wort für alle Hobbygärtner angemerkt werden, dass bedingt durch die Kälte derzeit ein Schneckenei nach dem anderen den Weg alles Irdischen geht. Nachhelfen kann man noch, indem die obere Erdschicht leicht bearbeitet wird, sodass der Frost möglichst tief in den Boden eindringen kann und das Gelege zerstört.

Harte Zeiten für eingeschleppte Arten

Zu schaffen macht die Kälte in erster Linie jenen Arten, die durch den Klimawandel eingewandert sind oder durch die moderne Schifffahrt oder den Flugverkehr eingeschleppt wurden. Darunter fällt beispielsweise die Grüne Zitrusblattlaus oder die Walnuss-Fruchtfliege. Viele solche Einwanderer sind an mildere Bedingungen angepasst und vertragen längere Frostperioden folglich schlechter als die heimischen Arten. So auch der problematische Buchsbaumzünsler, der sich dank der milden Winter der letzten Jahre besonders in tiefen Lagen weiter ausbreiten konnte. Temperaturen unter minus zehn Grad dezimieren die Eier und Larven des kleinen Falters deutlich. Vollständig ausrotten wird sich der Buchsbaumzünsler hierzulande aber nicht mehr lassen. Und auch die lästige asiatische Tigermücke, die nacht- und tagaktiv ist und jede heimische Gelse in ihrer Dreistigkeit übertrumpft, wird nur vorübergehend pausieren und in den nächsten Jahren weiterstechen.