Eisbedeckte Weintrauben

Eisbedeckte Weintrauben Bild: Indyvil Photography, Shutterstock

21.04.2017

Frost-Katastrophe: Der Kampf um den Wein

Nicht nur die österreichischen Wein- und Obstbauern kämpfen mit dem Frost. Auch in Frankreich, in der Schweiz und in Deutschland versuchte man in den vergangenen Tagen größere Frostschäden an der Vegetation zu verhindern. Die verwendeten Verfahren, um die junge Triebe zu retten, sind vielfältig und beeindruckend!

Morgenfrost sorgt für Schäden

Die vergangenen zwei Tage waren vor allem für Wein- und Apfelbauern eine echte Frost-Katastrophe, die obendrein bereits letztes Jahr ähnlich ablief. Der März und die erste Aprilhälfte waren frühlingshaft mild mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen und genau deswegen entfaltete sich die Vegetation in ganz Europa wesentlich früher als sonst. Der rekordverdächtige Wintereinbruch der letzten Tage traf die Blüten und Knospen in ihrer schwächsten Phase. Im Norden und Osten Frankreichs, in Deutschland und in der Schweiz wurden verbreitet -3 bis -7 Grad gemessen, aber auch in Italien und vor allem in der Toskana sorgten vielerorts Tiefstwerte von -1 bis -3 Grad für zahlreiche Schäden an den weltberühmten Chianti-Weingärten. Nachfolgend die Temperaturen um 7 Uhr MESZ am 20.04.2017 über Zentral- und Westeuropa und die daraus resultierenden Schäden. Schon wenige frostige Stunden können an einer Weinrebe extreme Schäden verursachen:

2 Meter Temperaturen um 7 Uhr MESZ am 20. April 2017 Bild: UBIMET

Feuer und Eis helfen den Bauern

Um die Pflanzen vor dem Frost zu schützen, haben die Bauern zwei Möglichkeiten, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Einerseits werden nachts hunderte Frostkerzen oder Gaskocher angezündet, um die Luft im Bereich der Pflanzen zu erwärmen. Bei der zweiten Methode werden die Pflanzen tagsüber durchnässt: Wenn das Wasser dann im Laufe der Nacht gefriert, wird eine kleine Wärmemenge ausgestrahlt. Die vereiste Knospen sind dann bis zum Morgen geschützt. Beide Methoden sind aber nicht günstig. Die Kosten betragen jeweils etwa 4000 Euro pro Hektar und Nacht.

Die folgende Bilder und Videos aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz sind absolut beeindruckend: