Eisschmelze in Grönland

Nur langsame Eisausdehnung. Bild: Shutterstock/Yongyut Kumsri

16.11.2016

Extrem warme Arktis

Selbst in Wien und Berlin war es in den vergangenen Tagen zeitweise kälter als mancherorts in der Arktis. Alleine diese Tatsachen lassen erahnen, wie abnormal die Temperaturen in der Arktis derzeit sind. Doch die zu warme Phase erstreckt sich bereits über das gesamte Jahr hinweg!

Untersuchungen der Tagesdurchschnittstemperaturen von 19 verschiedenen Wetterstationen am Rande des arktischen Beckens haben ergeben, dass bislang das Mittel aller Stationen an nur sieben Tagen im Jahr 2016 unter dem 30-jährigen Mittel von 1981 bis 2010 lag. Auch an diesen wenigen Tagen waren die Abweichungen mit maximal minus 0,5 Grad aber sehr geringfügig. An den übrigen 304 Tagen des bisherigen Jahres lag die Mitteltemperatur demzufolge mitunter beachtlich über dem Mittel. Die stärksten positiven Abweichungen wurden in den Monaten Januar bis April und seit Oktober registriert.

3. November 2016: Höchste Abweichung vom Durchschnittswert seit 1971

Seit Oktober sind die Anomalien dabei besonders ausgeprägt. Dies gipfelte am 3. November mit der höchsten Abweichung des Tagesmittels vom langjährigen Durchschnitt seit Beginn der Auswertungen im Jahr 1971. Über alle 19 Stationen gemittelt ergab sich nämlich eine um 9,6 Grad höhere Durchschnittstemperatur als üblich. Das entspricht den Werten die normalerweise Anfang Mai bzw. September in diesen Gegenden gemessen werden. Dabei reiht sich 2016 nahtlos in eine Serie mehrerer zu warmer Jahre ein. Seit 2002 gab es nämlich kein Jahr mit einer unterdurchschnittlichen Mitteltemperatur. Meist war es sogar um zwei bis drei Grad zu warm.

Meereisausdehnung auf Minimumrekordkurs

Diese Ergebnisse schlagen auch bei der Ausdehnung des Meereises in der Arktis negativ zu Buche. Momentan liegt diese sogar noch unter dem Jahr 2012, als die Meereisfläche in der Arktis ihr bisheriges Rekordminimum verzeichnete.

Meereisausdehnung der Arktis: Fläche mit mindestens 15% Meereis Bild: http://nsidc.org