Ein Sturm an der Atlantikküste

Ein Sturm an der Atlantikküste        Bild: Tim_Booth, Shutterstock

27.09.2017

Ex-Hurrikan Maria nimmt Kurs auf Europa

Derzeit befindet sich der Ex-Hurrikan Maria rund 250 km südöstlich des US-Bundesstaates South Carolina über dem Atlantik. Lee dreht ebenfalls auf hoher See, 1000 km östlich der Bermudas, seine Kreise. Die weitere Zugbahn führt die beiden nun Richtung Europa.

Eine Spur der Verwüstung

Der Hurrikan Maria entwickelte sich am 17. September östlich der Kleinen Antillen und zog unter rascher Intensivierung nordwestwärts Richtung Karibik. Seinen Höhepunkt erreichte der Wirbelsturm vergangene Woche, als er als Hurrikan der höchsten Kategorie fünf unter anderem in Puerto Rico schwere Schäden verursachte. Danach setzte Maria ihren Weg unter Abschwächung in Richtung Norden fort, mittlerweile handelt es sich nur noch um einen Tropischen Sturm. Da Maria nun über immer kühleres Meerwasser zieht, beginnt in den kommenden Tagen die Umwandlung zu einem außertropischen Tiefdruckgebiet.

Ein weiterer Wirbelsturm, der derzeit über dem Atlantik seine Kreise zieht, ist Lee. Auch er wird sich in den nächsten Tagen von einem Kategorie-2-Hurrikan zu einem 'normalen' Tiefdruckgebiet umwandeln und Kurs auf Europa nehmen. Lee löst sich aber noch vor dem Eintreffen in Europa noch über dem Atlantik weitestgehend auf.

Stürmische Zeiten?

Die globalen Wettermodelle sind sich mittlerweile recht einig, dass Maria zu Beginn der neuen Woche Westeuropa erreicht. Allerdings dürften sich die Auswirkungen in engen Grenzen halten. So deutet das europäische Wettermodell darauf hin, dass Maria am Montag nur mit Böen von 60 bis 80 km/h auf die französische Küste treffen wird. Für einen Ex-Hurrikan eher mau! Maria könnte jedoch den Startschuss zu einer Wetterperiode geben, in der wieder vermehrt Tiefs vom Atlantik die Regie übernehmen.

(Ex-)Hurrikans in Europa

Wirbelstürme, wie wir sie aus der Karibik oder dem Golf von Mexiko kennen, sind in Europa nicht möglich. Dazu fehlt schlicht die wichtigste Zutat eines Hurrikans, nämlich eine ausreichend große Wasseroberfläche mit Meerestemperaturen von mehr als 26 Grad. In unregelmäßigen Abständen kommt es aber vor, dass sich Hurrikane in außertropische Tiefdruckgebiete umwandeln und speziell im Herbst auch in Europa für turbulentes Wetter sorgen. Manch einer erinnert sich bestimmt noch an den Ex-Hurrikan Gonzalo, der im Oktober 2014 beispielsweise Innsbruck Orkanböen von 122 km/h brachte.

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