Vielerorts frostiger Tagesbeginn

Bringt Servatius wirklich so oft Frost?         Bild: Susanne Danßmann, UBIMET

13.05.2017

Eisheiliger: Servatius

Servatius ist im südlichen Deutschland und im Alpenraum der zweite der sogenannte Eisheiligen am 13. Mai und zählt laut Bauernregeln neben der kalten Sophie zu den drei "gestrengen Herrn", die mit Frost einher gehen sollen. Doch um wen handelt es sich hier und bringt er wirklich Frost?

Wer war Servatius?

Bei Servatius vermischen sich geschichtlich vermutlich zwei Persönlichkeiten. Der eine Servatius, ein Bischof von Tongeren, welcher im 5. Jahrhundert lebte. Der andere, für die römische Glaubenslehre wichtige Servatius, von dem in den Chroniken schon fast 100 Jahre früher berichtet wird. Servatius soll in einer Erscheinung der Hunneneinfall von 450 n. Chr. vorhergesagt worden sein, vor welchem er dann die Bevölkerung von Tongeren warnte. Darauf basiert seine Verehrung.

Wetterregeln

Servatius oder in Kurzform Servaz sind als Eisheiligem ein paar Bauernregeln zugeordnet:

"Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein."
"Vor Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost."
"Nach Servaz findet der Frost keinen Platz."
"War vor Servatius kein warmes Wetter, wird es nun von Tag zu Tag netter."

Klarerweise liegt bei Servatius der Fokus auf Frost und Kälte. So wie auch bei den anderen Eisheiligen ergibt eine Analyse der Wetterstatistik aber, dass an diesem Tag nicht nur keine Häufung von Frost auftritt, sondern dieser sogar extrem selten ist. Kälteeinbrüche rund 10 Tage später sind aus mehrjährigen Daten aber doch zumindest teilweise herauszulesen.