Blüte mit Frost

Später Frost macht Blüten zu schaffen. Bild: K.-U. Häßler, fotolia

14.05.2017

Eisheiliger: Bonifatius

Als weiterer Eisheiliger beschließt Bonifatius den Reigen der "gestrengen Herrn" am 14. Mai unmittelbar vor der kalten Sophie. Welche Person steckt aber dahinter und was bringt Bonifatius dieses Jahr?

Wer war Bonifatius
Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „der gutes Geschick Verheißende“. Bonifatius war ursprünglich kein Christ, wurde aber in Tarsus - in der heutigen Türkei - durch die Glaubensstärke der unter Kaiser Galerius Verfolgten so beeindruckt, dass er sich taufen ließ. Er stand auch zu seinem Glauben, wofür er um das Jahr 306 n. Chr. durch siedendes Pech grausam hingerichtet wurde. Er wird häufig als Jüngling oder bärtiger Greis und beim Erleiden des Martyriums in heißem Pech dargestellt.

Wetterregeln

Zu Bonifatius, oder kurz Bonifaz, finden sich Bauernregeln, meist aber in Verbindung mit den anderen Eisheiligen:

"Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost."

"Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai"

"Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz."

Bonifatius lässt damit klarerweise den Bezug zu Kälte, teils auch Frost erkennen. So wie bei den anderen Eisheiligen auch offenbart die Wetterstatistik aber, dass an diesem Tag nicht nur keine Häufung von Frost auftritt, sondern dieser extrem selten ist. Kälteeinbrüche rund zehn Tage später sind aus mehrjährigen Daten aber doch zumindest teilweise herauszulesen.

Was bringt Bonifatius dieses Jahr?

Wie bei den Eisheiligen zuvor sieht im deutschsprachigen Raum auch der 14. Mai in vielen Regionen recht unbeständig aus mit zahlreichen Regenschauern und verbreitet teils kräftige Gewittern, aber zumindest zwischendurch kommt auch die Sonne zum Vorschein. Nur im äußersten Nordwesten Deutschlands bleibt es auch tagsüber öfter trocken, hier kommt es höchstens zu einzelnen Schauern. Es bleibt zudem relativ warm, mit Höchstwerten zwischen 15 und 25 Grad. Heuer handelt es sich also eigentlich um eine recht milde Version des Eisheiligen, da die Wahrscheinlichkeit für lokalen Frost selbst in den Alpentälern bei null liegt.