Hochnebel bei Hochstaufen in den Chiemgauer Alpen

Hochnebel beim Hochstaufen in den Chiemgauer Alpen. Bild: outdoorpixel, Shutterstock

19.10.2017

Die Krux mit dem Hochnebel

Hochdruckwetter im Herbst bedeutet in den Niederungen nicht immer Sonnenschein: Nebel und Hochnebel machen Sonnenliebhabern mitunter einen Strich durch die Rechnung. Wir erklären euch warum das so ist.

Der Herbst ist in vielen Jahren geprägt von stabilem Hochdruckwetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Daraus gehen im Wesentlichen auch die Bezeichnungen "Altweibersommer" oder "Goldener Oktober" hervor. Die Sonnenanbeter kommen aber in den tieferen Lagen sowie in manchen Tälern und Becken nur bedingt auf ihre Kosten: Nebel und Hochnebel sorgen hier oft für einen kühlen und grauen Eindruck. 

Unten kalt, oben warm

Eine Grundvoraussetzung für Hochnebel ist eine sehr stabile Schichtung der unteren Atmosphäre, bei der sich warme Luft in der Höhe über kalter Luft am Boden befindet. Diese sogenannte Inversion markiert die Wolkenobergrenze, an der sich der Hochnebel ausbreiten kann. Darüber gibt es oft strahlenden Sonnenschein und angenehme Temperaturen, in den Bergen oftmals perfektes Wanderwetter

Entstehung von Hochnebel

Hochnebel kann auf unterschiedliche Wege entstehen: Einerseits durch die nächtliche Auskühlung unmittelbar vor Ort, andererseits durch eine geringfügige Hebung der Luft unterhalb der Inversionsschicht, etwa durch aufwärtsgerichtete Winde. Dies kann sogar tagsüber nach einem sonnigen Beginn passieren. Hochnebel kann aber auch aus umliegenden Gebieten vom Wind herantransportiert werden.

Viel Sonne in den Alpentälern

Allgemein ist Hochnebel in den inneralpinen Tallagen seltener als am Alpenrand oder im Flachland, da hier die starke nächtliche Auskühlung für sogenannte Talauswinde sorgt: Diese abwärtsgerichtete Bewegung führt in der Regel zur Nebelauflösung. Tagsüber begünstigt die Hangwindzirkulation an den Berghängen oberhalb des Hochnebels eine raschere Nebelauflösung. Eine Ausnahme bilden hier allerdings das Klagenfurter Becken oder das Mur- und Mürztal, wo sich mitunter tagelang Hochnebel halten kann. 

Spezialfall Ostösterreich

Im Osten Österreichs von der südlichen Steiermark über das Burgenland und das östliche Flachland bis zum Waldviertel bildet sich Hochnebel bevorzugt bei Südostwind: Das Gelände steigt von der Pannonischen Tiefebene in Ungarn bis zum Alpenostrand sowie zum hügeligen Wald- und Weinviertel in Österreich an, wodurch die Luft bei Südostanströmung sanft, aber stetig angehoben wird. Diese Hebung verursacht Kondensation und somit Hochnebelbildung. 

Hier ein typisches Satellitenbild mit Hochnebel im Osten Österreichs bei Hochdruckeinfluss und Südostwind:

Hochnebel mit "Gesicht" über Kroatien Bild: rapidfire.sci.gsfc.nasa.gov