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Manche mögen's kalt. Eisbären zum Beispiel. Bild: Shutterstock/Outdoorsman

07.01.2017

Die kältesten Orte der Welt

Kaum vorstellbar, aber wahr: An manchen Orten wird es so kalt, dass selbst warmes Wasser innerhalb von Sekunden gefriert. Aber wo liegen die Kältepole und wann wurden auf der Erde die absoluten Tiefstwerte aufgestellt? Und gibt es eine Gegend, wo es noch kälter ist als in Sibirien?

Im Winter kommt durch die geringe Tageslänge ab einem gewissen Breitengrad nur noch ein geringer Teil der kurzwelligen Sonneneinstrahlung an, die langwellige Ausstrahlung ist durch die langen Nächte hingegen deutlich höher. Ideale Bedingungen für die Ausbildung eines Kältepols findet man in kontinentalen Gebieten, also weit weg vom Meer und besonders in Hochtälern sowie in Muldenlagen. Bei der nächtlichen Ausstrahlung unter klarem Himmel kühlt sich die Luft ab und die Dichte nimmt zu.

Gefrierschrank Sibirien

Die kältesten bewohnten Orte der Erde befinden sich in Nordost-Sibirien, also in Russland. Werchojansk sowie Oimjakon halten die Rekorde bei den Tiefstwerten mit jeweils -67,8 Grad Celsius. Die Entfernung dieser Orte beträgt ca. 630 km und in dieser Gegend sind beinahe das ganze Jahr Hochdruckgebiete bestimmend. Gebirgsketten umgeben die Region und verhindern die Zufuhr von wärmeren Luftmassen. Somit haben die Weltmeere kaum einen Einfluss auf das dort herrschende Klima.

Rekordhalter Antarktis

Es geht aber noch kälter! Der sogenannte Gefrierschrank der Erde befindet sich in der Antarktis in der südlichen Hemisphäre. Am Ostantarktischen Plateau befindet sich seit 1957 die russische Antarktisstation namens "Wostok" auf ca. 3500 m Höhe, 1287 km vom geographischen Südpol entfernt. Am 21. Juli 1983 wurden dort eisige -89,2 Grad Celsius gemessen. 2010 wurden sogar −93,2 Grad Celsius registriert. Dieser Wert wurde aber nicht offiziell anerkannt, da die Messung mit einem Satelliten erfolgte. Doch wie kann es dort so extrem kalt werden? Die Antwort ist denkbar einfach: Im Südwinter (also genau zu jenem Zeitpunkt, an dem der Tiefstwert gemessen wurde), herrscht in diesen Breiten Polarnacht, somit gelangt für einige Wochen hier gar keine Sonnenstrahlung an die Erdoberfläche. Die 14 Millionen Quadratkilometer große Eisfläche trägt dann auch noch ihren Teil zum Rekordwert bei.

Hier ist eine Auflistung der absoluten Temperaturminima seit Messaufzeichnungen auf den jeweiligen Kontinenten und ausgewählten Ländern:

Antarktis

27.7.1983 Wostok-Station, Ostantarktisches Plateau (-89,2 °C)

Asien

7.2.1892 Werchojansk, Russland (-67,8 °C)

6.2.1933 Oimjakon, Russland (-67,8 °C)

Australien

29.6.1994 Charlotte Pass, New South Wales (-23,0 °C)

Nordafrika

11.2.1935 Ifrane, Marokko (-23,9 °C)

Nordamerika

3.2.1947 Snag, Yukon, Kanada (-63 °C)

Südamerika

1.6.1907 Sarmiento, Argentinien (-32,8 °C)

Europa

31.12.1978 Ust-Schtschuger, Russland (-58,1 °C)

  • Österreich

12.2. 1929 Zwettl im Waldviertel (-36,6 °C)

  • Deutschland

12.2.1929 Hüll/Wolznach in Bayern (-37,8 °C)

  • Schweiz

12.1.1987 La Brevine im Neuenburger Jura (-41,8 °C)