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23.09.2017

Die Entstehung von Tau

Nach den nun schon längeren Nächten sind in der Früh immer häufiger die Wiesen und mitunter auch die Autoscheiben nass, obwohl es keinen Tropfen geregnet hat. Dabei handelt es sich um ein typisches Phänomen von Spätsommer und Herbst: den Tau.

Wasser aus der Luft

Unter Tau versteht man die Tropfen auf Oberflächen, z.B. auf einer Wiese, die durch Kondensation von in der Atmosphäre unsichtbar enthaltenem Wasserdampf an unterkühlten Oberflächen entstanden sind. Dies geschieht häufig in klaren und windstillen, kühlen Nächten im Spätsommer oder Herbst. Die Atmosphäre kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt etwas wärmere und feuchte Luft jedoch in Kontakt mit kühleren Oberflächen (z.B. Grashalme), kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten. Dieser fällt aus und lagert sich dann in Form von Tautropfen ab. Passiert das ganze bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, entsteht übrigens weißlicher Reif.

Der Taupunkt

Dieses Phänomen hat in der Meteorologie sogar zur Namensgebung einer Größe beigetragen. Unter der "Taupunktstemperatur" versteht man nämlich jene Temperatur, auf die sich die Luft abkühlen müsste, um vollständig mit Wasserdampf gesättigt zu sein. Ab dieser Temperatur beträgt die relative Feuchte der Luft bereits 100 %. Kühlt sich die Luft nur um wenige Zehntel weiter ab, beginnt Wasser an Oberflächen in der Umgebung zu kondensieren. Das heißt: Ab dieser Temperatur beginnt die Taubildung.

Abschätzung der Tiefsttemperatur

Da beim Phasenübergang vom gasförmigen Wasserdampf zu flüssigem Wasser (Taubildung) Wärme entsteht, wird dadurch die nächtliche Abkühlung ab diesem Zeitpunkt gebremst oder sogar gestoppt. Daher gibt es in der Wettervorhersage auch eine Faustregel, welche die Taupunktstemperatur am Nachmittag als grobe Abschätzung für die nächtlichen Tiefstwerte heranzieht. Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn die Luftmasse über einem Ort in den Stunden zwischen Nachmittag und dem folgenden Morgen nicht durch eine Wetterfront ausgetauscht wird. Auch bei bewölktem Himmel oder Wind ist diese Abschätzung nicht möglich, beides führt zu milderen Nächten.