Spektakuläre Blitze

Gewitter gab es im Juli reichlich. Bild: C. Pedarnig, UBIMET

01.08.2016

Juli-Rückblick: wechselhaft, heftige Gewitter

Der Juli 2016 hatte wettermäßig einiges zu bieten - von fast herbstlich kühlen Tagen über schwüle Hitze bis hin zu Schwergewitterlagen. Wer sich vom Sommer anhaltend sonniges und heißes Wetter erwartete, wurde von diesem Monat vermutlich enttäuscht, die Temperaturen lagen dennoch über dem langjährigen Mittel.

Eine Woche Schwergewitterlage

Der diesjährige Juli hatte es vor allem gewittermäßig in sich: Vor allem im letzten Drittel befand sich Deutschland in einer sehr warmen, feuchten und labil geschichteten Luftmasse. Explosive Gewitterentwicklungen waren die Folge und durch die sehr feuchte Luftmasse kam es mit den Gewittern zu extremem Starkregen samt lokalen Überflutungen. So legte z.B. am 27. ein Gewitter den Verkehr in Teilen Berlins lahm. Überflutete Straßen, Unterführungen und U-Bahnstationen führten zu massiven Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens. Vom 20. bis 27. Juli entluden sich täglich meist zwischen 50.000 und 100.000 Blitze in der Bundesrepublik und vereinzelt fiel innerhalb weniger Stunden mehr Regen, als sonst im ganzen Monat üblich ist!

Auf und ab

Im Gegensatz zum heißen Sommer 2015 verharrten in diesem Juli die Hochdruckgebiete meist weiter südlich, also im Mittelmeerraum und über den Azoren. Damit flossen abwechselnd feuchtwarme, gewitterträchtige Luftmassen aus Südwest und eher kühle aus West bis Nordwest ein. Nach einem kühlen und nassen Start gab es um den 10. Juli herum ein paar hochsommerliche Tage mit teils über 30 Grad. Allerdings folgte bald darauf ein deutlicher Temperaturrückgang, zur Monatsmitte gab es bei vielen Wolken und zeitweiligem Regen fast schon einen Vorgeschmack auf den Herbst, selbst in den wärmsten Regionen Deutschlands wurde die 20-Grad-Marke kaum noch erreicht. Anschließend stellte sich für ein paar Tage aber störungsfreies Hochsommerwetter ein und es ging mit den Temperaturen rasch wieder bergauf: Um den 20. Juli herum wurde im Westen und Südwesten örtlich sogar die 35-Grad-Marke geknackt. Danach stellte sich mit zunehmender Feuchte schließlich die oben beschriebene Schwergewitterlage ein.

Fazit

Das Juli-Mittel liegt um 0 bis 1 Grad, und damit nur knapp über dem langjährigen Wert, also kein Vergleich zum Hitzejuli 2015. Auch die Sonnenscheindauer präsentiert sich recht einheitlich, sie liegt meist bei 80 bis 100 % des üblichen Wertes, etwas weniger schien die Sonne in Richtung Nord- und Ostsee. Durch die lokal heftigen Gewitter gestalten sich die Regenmengen hingegen extrem uneinheitlich: Während im Raum Köln noch nicht mal 20% der üblichen Menge erreicht wurden, fiel in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) mehr als das doppelte der normalen Werte. Im Flächenmittel wurden etwa 80% des üblichen Niederschlags erreicht. Durch den nassen Vormonat ist Dürre aber kein Thema.