shutterstock_362367989(1).jpg

Schneeberge. Bild: http://www.shutterstock.com

25.11.2016

Der Lake Effect in den USA

Wiederholt liest man in den Wintermonaten von Schneestürmen in den USA. Manchmal handelt es sich dabei um Blizzards, also um großräumige heftige Schneefälle durch mächtige Tiefdruckgebiete. Oftmals sind aber auch nur einzelne Regionen vor allem im Umfeld der Großen Seen betroffen. Dann ist der Auslöser für diese lokalen heftigen Schneefälle der so genannte 'Lake Effect'.

Der Lake Effect tritt unter bestimmten meteorologischen Rahmenbedingungen besonders zu Beginn des Winters auf, wenn sich sehr kalte Luft von Kanada her nach Süden bewegt und von den noch vergleichsweise warmen Wasserflächen der Großen Seen viel Feuchtigkeit aufnimmt. Es bilden sich Wolken, die sich schließlich ausschneien – häufig in schmalen Streifen parallel zur Strömung und damit immer wieder an derselben Stelle, wenn sie auf Land treffen. Die Niederschlagsraten können enorm sein, so sind bis zu 1,5 m Neuschnee in 24 Stunden möglich. Gleichzeitig sind die räumlichen Unterschiede bei den Neuschneemengen aufgrund der Schauerstraßen groß. Während an einem Punkt 50 cm Schnee innerhalb weniger Stunden möglich sind, kann es nur 10 km entfernt komplett trocken bleiben.

 

Lake Effect in Mitteleuropa

Aufgrund der typischen Luftströmungen sind meistens die Ostufer der Seen betroffen, während die Westufer mitunter schneefrei und sonnig bleiben. Das Tug Hill Plateau im Südosten des Ontariosees weist regelmäßig die höchsten Schneemengen der USA auf. Neben den Großen Seen tritt der 'Lake Effect' auch manchmal am Großen Salzsee in Utah auf, jedoch in abgeschwächter Form. Auch in Deutschland und Österreich ist der Effekt gelegentlich zu beobachten, vor allem am Bodensee oder an der deutschen Ostseeküste.