Eis in der Arktis

Meereis Bild: Bernhard Staehli, Shutterstock

20.09.2016

Antarktisches Meereis

Wir schreiben Ende September, auf der Südhalbkugel geht langsam der Winter zu Ende. Somit steuert das Meereis rund um den Antarktischen Kontinent seinem jährlichen Maximum entgegen. Wir werfen einen genaueren Blick auf die andere Seite der Erde.

Wie sieht es momentan aus?

Jedes Jahr von März bis September nimmt die Fläche des antarktischen Meereises zu, dann ist Winter auf der Südhemisphäre. Zu Beginn des Winters sind somit im Durchschnitt nur rund 3 Millionen Quadratkilometer Ozean von Eis bedeckt, bis zum Frühlingsbeginn in diesen Tagen wächst die Fläche um mehr als das sechsfache auf gut 18 Millionen Quadratkilometer. Zur besseren Einschätzung: 18 Millionen km² entsprechen immerhin der gesamten Landmasse der USA und Kanadas. In diesem Jahr bewegte sich die Meereisfläche den gesamten Winter hinweg stets im Bereich des langjährigen Mittels der Jahre 1981-2010. Das kann man auch gut auf der folgenden Grafik erkennen (Rot ist dabei der Verlauf 2016, Schwarz das Mittel von 1981-2010):

Verlauf der Meereisausdehnung in der Antarktis 2016. Bild: National Snow & Ice Data Center (http://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/)

Somit bildet die Antarktis einen deutlichen Gegenpol zur Entwicklung rund um die Arktis. Dort wurden in den vergangenen Jahren ja regelmäßig neue Negativrekorde aufgestellt. Vergleicht man die aktuelle Ausdehnung jedoch mit den Werten aus dem Vorjahr, erkennt man, dass etwa 400.000 km² fehlen. Solche Schwankungen sind jedoch nichts Ungewöhnliches. Im Jahr 2014 wurde übrigens mit rund 20,15 Millionen km² die bislang größte Ausdehnung seit Messbeginn registriert.

Paradoxon Antarktis

Beim Trend der generell steigenden Temperaturen bildet die Antarktis keine Ausnahme. Diesem Umstand zum Trotz wird die Ausdehnung des Meereises über die Jahre hinweg nicht geringer. Manche Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang mit dem Ozon hin, dieses lässt die Luft über der antarktischen Kontinentalmasse stärker abkühlen. Die Folge ist die Entstehung kräftiger Winde, diese wiederum führen zu einem Auseinandertreiben des Eises. Zudem scheint eine Beschleunigung der Eismassen durch Schmelzwasser am Unterrand der Eisschicht zu erfolgen, womit eine raschere Ausbreitung gefördert wird. Aus diesen beiden Gründen könnte es sein, dass sich das Eisvolumen zwar verringert, die Fläche aber vergrößert.