Eisschollen in der Arktis

Eisfreie Flächen gibt es mittlerweile in der Arktis stellenweise auch im Winter. Bild: Shutterstock/akphotoc

11.01.2017

Aktuelle Eisbedeckung der Arktis

Der Kältewelle in Mittel- und Osteuropa zum Trotz, präsentiert sich die Arktis von einer ganz anderen Seite. Seit Oktober ist die Ausdehnung des arktischen Meereises weit unterdurchschnittlich. Noch nie seit Beobachtungsbeginn war die Ausdehnung Anfang Jänner so gering wie in diesem Jahr.

Im vergangenen Dezember ging die Ausdehnung des arktischen Meereises zwar etwas zügiger voran als im Vormonat, dennoch hinkt diese derzeit weit hinterher. Im Dezember wies die Eisfläche mit einer Größe von 12,1 Millionen Quadratmeter die zweitniedrigste Ausdehnung seit Beginn der Satellitenbeobachtungen im Jahr 1971 auf. Nur 2010 wurden noch 20.000 Quadratmeter weniger gemessen.

Besonders markant ist das Fehlen des Meereises derzeit in der nördlichen Barentsee östlich von Spitzbergen zu erkennen, aber auch in der Ostsibirischen See zwischen Kanada und dem äußersten Nordosten Russlands ist ein deutliches Defizit an Meereis zu finden (Grafik 1). Dazu kommt noch, dass auch in den Gebieten, wo Meereis vorhanden ist, die Mächtigkeit oft geringer als im Mittel ist (Grafik 2).

Meereisausdehung im Vergleich zum Mittel 1981-2010 (Quelle: http://nsidc.org) Bild: Meereisausdehung im Vergleich zum Mittel 1981-2010 (Quelle: http://nsidc.org)

Abweichung der Stärke des Meereiseses (Quelle: http://nsidc.org) Bild: Abweichung der Stärke des Meereiseses (Quelle: http://nsidc.org)

Überdurchschnittliche Wärme

Diese Anomalien gehen direkt einher mit einem mittlerweile altbekannten Temperaturmuster. Vor allem von Spitzbergen direkt über den Pol bis Ostsibirien sind die Temperaturabweichunugen zum Teil enorm. Im Dezember beispielsweise lag die Temperatur in etwa 800 m über Grund (925 hPa) in diesen Regionen 5 bis 7 Grad über dem langjährigen Mittel (Grafik 3).

Temperaturabweichung ca 800 m über Grund. (Quelle: http://nsidc.org) Bild: Temperaturabweichung ca 800 m über Grund. (Quelle: http://nsidc.org)

Betrachtet man das gesamte Jahr 2016 zeigt sich ein ganz ähnliches Bild, wobei die größten Abweichungen ebenfalls um +5 Grad liegen.